Donnerstag, 9. Mai 2013

Wo sind eigentlich die Frauen? DIY-Blogs, der Me Made Mittwoch und die unsichtbare Macht im Internet

Liebe Freundinnen des Me Made Mittwochs,

wir, die Me Made Mittwoch Crew, sind stolz darauf, was für eine große und wertvolle Veranstaltung wir wöchentlich gemeinsam mit Euch auf die Beine stellen. Wir sind nicht nur stolz darauf, wie regelmäßig eine große Gruppe an Me Made-Selbermacherinnen immer wieder dieses Event bereichert, sondern freuen uns auch sehr darüber, wirklich jede Woche mehr als eine Handvoll  neue Teilnehmerinnen begrüßen zu können. Wie schön ist das denn?!

Eine quantitative Analyse, wie viele Teilnehmerinnen wir insgesamt bisher hatten oder wie viel Prozent Neu-Einsteigerinnen etc. haben wir nicht gemacht, aber wir begleiten den MMM mit qualitativem Interesse. Wir machen uns Gedanken darüber, was diese Aktion für die vielen Einzelnen aber auch für das große Ganze bedeutet. In diesem Sinne hatten wir euch im Januar um Feedback gebeten und uns sehr über Eure Antworten gefreut, zeigten sie uns doch, dass mit dem MMM offenbar etwas Besonderes für viele von Euch entstanden ist. 

Daraus entstand ein  Vortrags-Entwurf für die re:publica, die größte deutsche Internet-Konferenz, die diese Woche in Berlin stattgefunden hat. Wir waren der Meinung, die große und vielfältige Szene der DIY Blogs darf bei einer solchen Veranstaltung nicht fehlen - schließlich fragt doch alle Welt nach den bloggenden Frauen: Wo sind sie denn? Haben sie nur Katzen, Kinder und Kuchen im Kopf? Haben sie überhaupt Relevantens beizutragen, die Nähmuttis? Wir wollten zeigen, dass wir da sind, dass wir viele sind und dass es bei uns nichts zu belächeln, aber viel zu lernen gibt  – leider wurde unser Beitrag abgelehnt

Da wir unsere Gedanken über den MMM gerne mit Euch und mit Anderen teilen wollen, sollen sie nicht in der digitalen Schublade verschwinden. Hier sind sie. Wir sind sehr gespannt, was ihr dazu sagt. 

<3!

die MMM-Crew

Wo sind eigentlich die Frauen? DIY-Blogs, der Me Made Mittwoch und die unsichtbare Macht im Internet

 

Während Blogs angeblich gegenüber Facebook und Microblogging aus der Mode kommen, hat sich im Bereich der Do-It-Yourself-Blogs (DIY-Blogs) eine große, eng vernetzte, differenzierte, von Frauen dominierte Szene entwickelt, die mit enormen Zugriffszahlen aufwartet.

Von der größeren Netzöffentlichkeit weitgehend unbeachtet, geht es bei Gemeinschaftsaktionen von Selbermacherinnen wie dem Me Made Mittwoch längst nicht mehr nur um die Sammlung und den Austausch themenspezifischen Wissens. Mit ähnlicher Intention wie #609060 bei Twitter, einer von der Bloggerin Journelle ins Leben gerufenen Bildersammlung von Alltagskleidung, aber früher und radikaler als das Mem, setzt der MMM als größte und bekannteste Vernetzungsaktion der DIY-Bloggerinnen-Szene den Zuschreibungen, wie Frauen auszusehen haben, Woche für Woche hundertfach eigene Bilder entgegen.

Verborgen im Netz? Frauen bloggen und zwar eine ganze Menge!

 

Das Selbermachen wurde von den etablierten Medien und der Wirtschaft in den letzten Jahren als Trend erkannt: Stricken und Nähen gelten wieder als schick, als coole Freizeitbeschäftigung für urbane Menschen. Designer großer Kollektionen nehmen Inspirationen aus der DIY-Welt auf und „habe ich selbstgemacht“ ist in den letzten Jahren zum Prädikat geworden. DIY-Blogs stellen einen Motor dieses neuen öffentlichen Interesses an Handarbeiten dar. Was den Weg in die Presse, ins Fernsehen oder in die Läden findet, hat zumeist im Internet seinen Anfang genommen. Blogs sind das Medium, mit dem die deutschsprachige DIY-Szene vorrangig kommuniziert, und die meisten dieser Blogs werden von Frauen geführt.

Die Szene der DIY-Blogs ist in sich stark ausdifferenziert: Neben Blogs, die konkretes Know-How weitergeben und in Tutorials und Anleitungen technisches Wissen vermitteln, tritt das Blog als Marketinginstrument oder Portfolio auf, in dem für das eigene Kleinstunternehmen bei Dawanda oder etsy geworben wird. Neben Blogs, die mit dem klaren Ziel geführt werden, Einkommen über Anzeigenwerbung zu generieren, gibt es eine Vielzahl privater Blogs, denen es vorrangig um Selbstreflexion und Austausch von Wissen und Erfahrungen geht.

DIY-Blogs sind gut vernetzt und arbeiten mit der Währung Anerkennung. Kommentare und Verlinkungen produzieren ein gutes Gefühl und sind oft der „Lohn für die Arbeit“. Lernen, miteinander und voneinander, steht im Vordergrund. Vertrauen und Wohlwollen sind der Kitt, der die vernetzte Gemeinschaft zusammenhält. Es geht um Unterstützung, Stärkung und Empowerment - dezidiert auch in Abgrenzung zum herrschenden Modediktat und der damit einhergehenden Normierung weiblicher Körper. Die Weitergabe von Wissen ersetzt dabei die zum großen Teil verloren gegangene Übermittlung von Wissen und Erfahrungen von Generation zu Generation. Link-Sammel-Aktionen verbinden die Teilnehmerinnen sowie das in den Blogs gesammelte Wissen zu einem großen Ganzen und schaffen zugleich etwas Neues.

Wir produzieren Content, Dinge und unser eigenes Frauenbild

 

Näh- und Strickbloggerinnen sind in mehrfacher Hinsicht Produzentinnen: nicht nur als Blogautorinnen und als Herstellerinnen konkreter Objekte, sondern auch als Produzentinnen ihres eigenen Selbstbildes.

Kleidung als die äußere, sichtbare Hülle der Person, die zu einem großen Teil bestimmt, wie die Person wahrgenommen wird, ist ein Mittel des Selbstausdrucks. Durch das Herstellen der eigenen Kleidung nach eigener Vorstellung, unabhängig von Modediktaten und dem Angebot in den Läden, wird das Selbstbild aktiv gestaltet. Anders als herkömmliche Modeblogs, die sich häufig an einer Imitation der von Frauenzeitschriften und Bekleidungsindustrie vorgeprägten Muster und Posen versuchen, schaffen sich Näh- und Strickblogs ihr eigenes Bezugssystem und ihr eigenes Bilderarsenal. Diese Blogs sind von Hypes und Moden nicht frei, sie entstehen aber im Zuge der Vernetzung „von unten“, aus der Bewegung selbst und lassen sich nur bedingt steuern.

Der Me Made Mittwoch - „Ihr seid doch alle Individuen!“

 

Der Me Made Mittwoch (MMM), eine wöchentlich stattfindende Blogaktion mit jeweils ca. 150 aktiven Teilnehmerinnen und zehntausenden BesucherInnen, ist der sichtbare Ausdruck dieses Netzwerks, das eine beträchtliche Ausstrahlung entfaltet und Woche für Woche neue Teilnehmerinnen und BesucherInnen anzieht.
  • ca. 70.000 Seitenaufrufe im Monat
  • durchschnittlich 8000-10.000 Seitenaufrufe jeden Mittwoch
  • ca. 520.000 Seitenaufrufe seit Beginn des Me Made Mittwoch-Blogs am 27.08.2012
  • den Me Made Mittwoch gibt es seit März 2010, bis August 2012 organisiert von allures-und-couture.blogspot.de

Die Teilnehmerinnen des MMM präsentieren selbst gemachte Kleidung an sich selbst, tauschen sich über Herstellungs- und Entscheidungsprozesse aus, stellen Optionen zu Diskussion, erfahren gegenseitige Bestärkung und Beachtung. Durch das Präsentieren der selbstgemachten Kleidungsstücke am eigenen Körper, stellt sich die „Produzentin“ selbst in den Kontext mit dem Werk und damit in den Vordergrund. Passung bezieht sich nicht nur auf die Passform des Kleidungsstücks und das handwerkliche Geschick, das dazu eingesetzt wurde, sondern bezieht sich auch auf das Aussehen, das Alter sowie die Lebensumstände der Frau. „Echte Menschen“ haben weit höhere Ansprüche an schöne, passende und praktische Kleider als Schaufensterpuppen und Models  – selbstgemachte Kleidung ermöglicht es den Frauen, den Spagat zwischen verschiedenen Lebenssituationen zu meistern, selbst zu definieren, was für sie adäquat ist und das eigene, innere Bild und das Äußere zur Deckung zu bringen.

Die Teilnehmerinnen werden in dieser gemeinschaftlichen Suche nach Lösungen zu Autorinnen, Näh- und Strickexpertinnen, Fotografinnen, Stilratgeberinnen und erfahren sich selbst als kompetente Persönlichkeiten. Das Beispiel anderer Selbernäherinnen regt dazu an, die eigenen Möglichkeiten und das eigene Bild zu überdenken, andere Handlungsoptionen kennenzulernen und auszuprobieren. Häufig wirkt die Vernetzung über den Me made Mittwoch als Initialzündung für Veränderungen in konkreten Lebensbereichen: Neben zahlreicheren kleineren virtuellen Zirkeln entstehen reale Zusammenkünfte. Die Auseinandersetzung mit den Herstellungsprozessen von Kleidung sensibilisiert für die Bedingungen und Folgen von Massenproduktion und -Konsum.

Einfach machen! Eine Bewegung ohne Gegner und ohne Kampf

 

Der Kampf gegen die „Photoshop-isierung der Welt“ wurde nicht ausgerufen - statt sich gegen etwas aufzulehnen und sich daran abzuarbeiten, bieten das Selbermachen von Kleidung, das darüber Bloggen und der Me Made Mittwoch eine Gelegenheit aktiv zu werden und für sich selbst etwas zu ändern. Die Einzelne, die für sich passende Kleidung erschafft, um nach außen hin das zu zeigen, was sie aussagen möchte, hat sich selbst damit gestärkt und ermächtigt. Die Einordnung in die Galerie der selbstbestimmten Selbermacherinnen im Rahmen des Me Made Mittwochs gibt die Bestätigung, nicht alleine damit zu sein.

Diese Galerie mit Bildern „echter Frauen“, die ihren eigenen Kopf und Stil haben, verändert aber noch mehr. Wer Woche für Woche Zeit damit zubringt, „echte Menschen“ anzuschauen, schwächt damit die tief verwurzelte aber unbewusst verankerte Überzeugung, dass eine normale Frau aussehen muss, wie die ge-fotoshopten Kunstgeschöpfe in den Medien. Das scheinbar „Normale“ wird ersetzt durch das wirkliche Leben, das durch die Vielfalt der Erscheinungsmöglichkeiten einen neuen Entscheidungsraum bietet. Frauen übernehmen damit selbst die Deutungshoheit über ihr eigenes Bild.

Eine Bewegung?

 

Wir als Me Made Mittwoch-Crew, die den MMM organisiert, sehen hinter der Freude der Einzelnen, über das, was sie durch die Teilnahme am MMM an Wertschätzung, Wissen und Ideen erhält hinaus, einen Trend, eine Veränderung, die mit dem offenen Kollektiv, dem Netzwerk an Teilnehmerinnen zu tun hat. An uns selbst, aber auch an Teilnehmerinnen, die in regelmäßigen oder unregelmäßigen Abständen an der virtuellen Zusammenkunft teilnehmen, beobachten wir deutlich sichtbare Veränderungen der äußeren Erscheinung und der der Person innewohnenden Haltung. Mehr Selbstbewusstsein und mehr Bewusstsein werden durch diese Kombination aus Selbermachen und Zusammenkunft geschaffen.

Diese neue Form weiblicher Selbstorganisation im Netz ist bislang wenig zur Kenntnis genommen worden. Das möchten wir ändern, denn DIY ist nicht nur das Umhäkeln von Laternenpfählen! DIY-Blogs und die Vernetzung über Aktionen wie den Me Made Mittwoch sind das Medium und der Ausdruck einer neuen Spielart der Frauenbewegung, die über die Generationen hinweg stattfindet. Der Feminismus klassischer Prägung wird dort nur selten thematisiert, aber „Frau sein“ - in dieser Gesellschaft und der Netzöffentlichkeit leben, wirken, sie mitgestalten - spielt stets eine Rolle.

Kommentare:

  1. Toller Artikel.Er fasst genau das zusammen was ich immer versuche meinem Umfeld zu erklären.Leider begreifen sie es nicht weil sie einfach nicht quer denken können.Aber das ist wohl nur einer stark reflektierten Minderheit vorbehalten.Ihr habt den Neuralgischen Punkt in eurem Artikel sehr gut angestochen.Der MMM ist glaube ich für viele Frauen erheblich mehr als nur DIY.Sondern auch die Ausgestaltung des eigenen Bildes und seiner Spiegelung in der Umwelt.

    Toll !
    Dankende Grüße
    Stella

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  2. Ich kann mich stellamaria da nur anschließen. Bis lang werde ich auch nur belächelt. Ganz nach dem Motto, Mutti und Hausfrau bloggt in der Freizeit. Auch wenn ich noch ganz am Anfang stehe und noch sehr viel lernen muss, fühle ich mich von euch und vielen, vielen anderen Blogs bestärkt, indem was ich wirklich neben meiner Familie machen will.
    Ich danke euch!
    Viele Grüße Diana von Lismerri

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  3. hervorragender artikel! was bei mir doch eher mehr oder weniger konkret oder diffus im kopf schwirrte, hier steht es ...

    genau so sehe ich den mmm auch. und ich lerne jede woche dazu, nicht nur was das nähen angeht ( und hier finde ich ein so ungeheures wissen versammelt), sondern auch, was stil, figur, selbstbewusstes tragen eigener stücke, unbeschwertheit usw. angeht. den mmm gefunden zu haben, das war in einer situation, die für mich innerer umbruch bedeutet, genau der richtige impuls!


    und soziologisch betrachtet? die ablehnung macht es deutlich... wo stehen die frauen?

    gar nicht trotzig in der ecke und bescheiden auf aufmerksamkeit wartend, sondern unverdrossen und zäh - weiternähend...


    danke, dass ihr da seid- ihr alle vom mmm!

    liebe grüße aus dem norden

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  4. Toller Artikel. Wirklich schade, dass er nicht Teil der re:publica sein durfte, weil er viel weniger an die anderen Redner anschließt, die sich mit der politischen Öffentlichkeit auseinandersetzen. Aber immerhin, wir sidn untereinander vielleicht besser vernetzt, als alle anderen ;o)

    Liebe Grüße, Carmen

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    1. Ich finde aber, dass das Thema durchaus sehr politisch ist - jedenfalls nicht weniger politisch, als vieles andere, was auf der republica gelaufen ist. Da das Motto der Veranstaltung diesmal in/side/out hieß, und es um die Verbindung von virtuellem Leben im Netz und dem Leben "da draußen" gehen sollte, hätte das ganz vortrefflich gepasst.

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  5. Tja, hättet ihr die Worte Yarnbombing und Craftista in den Titel genommen, hätte es geklappt - http://re-publica.de/sessions/yarnbombing-social-commerce-und-craftistas-wie-internet-crafting-und-crafting-unsere-gesell
    Mehr wäre euch aber auch nicht zugestanden worden. Bis in die Sammlung der jetzt 113 youtube-videos des kanals republica 2013 hätte es euer Vortrag nicht geschafft. Schade, ich hätte den DIY-Beitrag trotz allem gern gehört.
    Euch hätte ich noch lieber gehört, aber nachdem ich in den letzten Tagen die republica online verfolgt habe muss ich sagen: Da passen wir alle gar nicht hin. Am besten wäre eine eigene Konferenz, aber dafür sind wir doch wohl alle zu sehr in einer wohligen Nische - und ehrlicherweise hätten doch wohl auch in dieser Nische nur Wenige Lust, über den Tellerrand zu schauen. Die gesamtgesellschaftliche Relevanz des MMM oder anderen DIY-Vernetzungen springt von außen betrachtet wirklich nicht so sehr ins Auge. (Die Länge eures Bewerbungstextes macht das Dilemma vielleicht auch deutlich).
    Mich stört auch sehr, dass im Internet Männerthemen so eine große Rolle spielen - siehe Wikipedia, wo ich ständig Artikel zu "Muttithemen" suche und nichts finde, oder nur Rudimente. Ich würde da gern schreiben, aber nachdem ich den Vortrag der Wikipedianer gesehen habe, weiß ich schon, dass auch ich da gleich wieder rausfliegen würde. Es geht glaube ich wirklich nur über einen eigenen Weg. Stoff zum weiter Nachdenken.

    so wie hier.


    Die letzten Tage habe ich immer wieder in der

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    1. Ja, wir haben uns auch etwas geärgert, dass ein Vortrag, der zumindest im Titel ein paar gängige Buzzwords zusammenschmeißt, der einzige war, der "unsere" Ecke der Internets repräsentieren "durfte". Ich warte auch darauf, dass der Vortrag mal irgendwo auftaucht, weil ich den auch gerne noch sehen würde - im Reader wird er auch nicht erwähnt. Nach der Resonanz auf twitter war das wohl eine eher allgemein gehaltene Beschreibung des Ist-Zustandes in der DIY-Blogszene, keine Analyse.

      Aber das hat - so unsere Vermutung - die Zuhörer und vor allem auch die Organisatoren der republica dort abgeholt, wo sie stehen: nämlich in völliger Unkenntnis dieses Teils des Internets, so dass es schon einen Wissenszuwachs bedeutet, wenn einem jemand mal strukturiert erzählt, was für Selbermach-Blogs es gibt und was die so machen, und dass es Leute gibt, die bei Dawanda/Etsy Selbstgemachtes verkaufen und das parallel über ihre Blogs promoten etc.

      Der Gedanke, dann einfach die eigene Konferenz aufzumachen, wenn die etablierten Konferenzen einen nicht wollen, war ja auch ein Gründungsimpuls für die republica damals, wenn mich nicht alles täuscht ;-) der oben verlinkte Artikel bei Meedia, also der hier: Die re:publica als Filter-Bubble beschreibt wohl ganz gut, was jetzt passiert ist.


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  6. Die letzten beiden Zeilen in meinem Kommentar von eben sind nur Wortmüll, bitte gedanklich streichen.

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  7. Jetzt ist mir noch etwas eingefallen: Wenn ihr die Sache vorher öffentlich gemacht hättet, hätte man mit der Crowd vielleicht noch etwas ausrichten können. So eine Art weiblicher Shitstorm "Wir wollen unseren Vortrag" oder so.

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  8. Danke für den tollen Text!

    Ich mache nicht beim MMM mit, verfolge aber die ganze Aktion schon lange mit Interesse. Die Zugriffszahlen sprechen doch für sich.

    Ich habe mich auch gefragt, wo die vielen Blogs vertreten sind, die ich so lese. Warum sollten "wir" nicht auf die re:publica passen? Interessant und schade, dass eine Vorauswahl getroffen wird, in die ein großer Teil der deutschen Bloggerszene angeblich nicht passen soll.

    Nichtsdestotrotz: Weiter so!

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    1. Geht mir genauso. :) wirklich schade das man das Gefühl hat das es auch auf der eher einseitig zugeht.

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    2. Geht mir genauso. :) wirklich schade das man das Gefühl hat das es auch auf der eher einseitig zugeht.

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  9. Eon toller Artikel, ich könnte garnicht so gut in Worte fassen, was ja für uns Teilnehmer des MMM offensichtlich ist (und nicht-Teilnehmern doch interessant zu berichten wäre). Es geht weit über die eigene Selbstdarstellung hinaus!
    Sehr interessant finde ich den Aspekt mit den Trends, der im Artikel auch abgeklungen ist. Gerade im aktuellen Vergleich mit dem internationalen MeMadeMay kann man große Unterschiede im Stil feststellen. So ist der in der hiesigen Bloggerszene allgegenwärtige kinderstoffe-für-Erwachsene-Trend offensichtlich ein deutsches Phänomen (beim MMM zugegeben auch nicht mehr so stark vertreten), nur als Beispiel.
    Nicht ärgern, dass ihr nicht bei der republica genommen seid, die Zeit war vielleicht noch nicht reif.
    LG, Katharina

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  10. Ach ihr, vielen Dank für euren Text! Und wer auch immer den Beitrag abgelehnt hat, es muß ein Mann gewesen sein!!! Und wo bitteschön ist feministisches Nähbloggen weniger politisch also das neu hochgehypte Veganertum???
    Im Gegenteil: wo nach wie vor Hungerhaken und per Photoshop normierte Models das Frauenbild dominieren, ist der MMM absolut auch ein politisches Instrument und was die Gleichberechtigung der Frau anbelangt, so sind wir ja auch noch lange nicht angekommen und der MMM liefert auch hier eine Plattform!
    Schon mal überlegt, euch an Emma zu wenden? (Also dass man dort online oder auch im Magazin über euch berichtet?)
    Liebe Grüße,
    Katy
    PS: "craftista" finde ich ein abscheuliches Wort.... :-o

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  11. Ein toller Artikel und es tut mir für euch (eigentlich ja auch für uns ;)) leid, dass er abgelehnt wurde.
    Ich schaue hier immer gern rein und irgendwann werde ich auch mal einen Beitrag verlinken, versprochen!

    Viele Grüße
    Katharina

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  12. Ein ganz wunderbarer Artikel. Danke, dass ihr ihn uns nicht vorenthalten habt.

    LG

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  13. Hallo an die MMM-Crew!

    Ich verfolge das MMM seit einigen Monaten und kann an dieser Vernetzung nichts Politisches entdecken. Frauen, die Kleidung für sich nähen und ganz oft nicht einmal ihr Gesicht zeigen. Was ist zu sehen: Busen, Bauch, Beine. Am besten in einem Rock aus Kinderstoffen... Mädels, von welchem neuen Frauenbild schreibt Ihr da?

    Ich verstehe auch nicht, wo die Emanzipation von der Konsumidustrie sein soll, wenn man vorgefertigte Schnittmuster und "kreative" Ideen von Megaverlagen, in denen eben die Textil-, Strick-, und Produktdesignerinnen froh sein können, wenn ihr Gehalt die Volontariatsgrenze überschreitet, nachmacht?

    Meinung Meinung nach soll man aus Handarbeit nicht mehr machen, als es ist. Ein geliebtes Hobby, für das man im Netz endlich Verständnis und Aufmerksamkeit gefunden hat.

    Viele Grüße und vielen Dank für alle Eure Arbeit!

    Alice



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    1. Aus meiner Sicht verläuft die Verwertungskette genau umgekehrt: die Megafirmen hängen sich an das dran, was im Netz, bei kleinen Schnittmusterfirmen, bei sich selbst vermarktenden DesignerInnen, bei ravelry etc. schon erfolgreich gelaufen ist und machen das nach. Das Zeug, was Rico Design in die Bastelläden bringt, ist das beste Beispiel: die haben jetzt Sachen in Patchworkoptik zum Basteln, die in den Blogs vor 3 Jahren populär waren. Deutsche Verlage machen generell nur das, bei dem sie sicher sind, dass es läuft - am besten, es war schon im Ausland erfolgreich. Blogs und Pinterest werden nach Trends durchforstet - das macht jede Firma in dem Segment. (Das ist zufällig mein Lieblingsthema, dort werde ich gerne etwas ausufernd.)

      Zur Frage politisch oder ncith - da müsste man sich wohl erstmal auf eine Definition des Politischen einigen. Die Unterschiede zum Frauenbild in Massenmedien, vor allen im dem Printsegment, das sich vorrangig an Frauen richtet, sind für mich nicht zu übersehen. Und diese Souveränität, diese Bilder und Topmodel-sendungen und alles links liegenzulassen und sich einfach ein eigenes Bezugssystem aufzubauen, das ist für mich politisches Handeln.

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    2. Du sagst es! Ich habe es auch an mir selbst erfahren, wie unwichtig die Massenmedien, die sich an Frauen richten, für mich geworden sind, seit ich die DIY - Blogs lese, und habe tatsächlich ein neues Bezugssystem entwickelt. Darin ist allerdings auch Platz für Röcke aus Kinderstoffen, denn dahinter stecken oft auch Frauen mit ganz eigenem Lebensentwurf. Ich bin zu alt, um Schubladen noch tolerieren zu können. ;-)
      Astrid

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  14. Schade, dass Ihr nicht bei der rp13 ward. Aber vielleicht sind dann die Digital Media Woman etwas für Euch? http://www.digitalmediawomen.de

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  15. Ein schöner Artikel!
    Etwas grossartiges ist aus einer Idee entstanden!
    Vielen dank noch einmal an die MMM Crew für die Organisation und die Freude, die mit jedem Mittwoch einhergeht.
    Tolle Worte!
    LG Sylvie

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  16. Als erstes : Ich finde Euren Artikel sehr gut ! Beleuchtet alle Aspekte , die den MMM besonders machen , insofern , als frau wirklich etwas für sich mitnehmen kann und eine Community der ganz anderen Art erfährt .
    Zweitens kann ich mich jetzt grad mal über Kommentare wie den von drmauz aufregen : Das mit den Röcken am liebsten aus Kinderstoffen und der Übernahme von " kreativen " Ideen von Megaverlagen trifft ja auf eine Vielzahl von MMM Teilnehmerinnen nun wirklich nicht zu . Vielleicht haben drmauz und die Ablehner Eures Vortrags nur huschhusch auf einige Beiträge geschaut , die Ihrer vorher schon festgelegten Meinung entsprachen ? Ich meine , wenn jemand Socken strickt , zugegebenermassen schöne Quilts anfertigt und ab und an eine Jacke strickt , dann kann diejenige einfach nicht beurteilen , dass es tatsächlich so ist , dass Der MMM dazu beiträgt ( indem er Kleidungs - nicht basteln oder Handarbeitsorientiert ist ), dass frau durch die vielen realen Frauen und ihre Fotos ( sei es nun mit Kopf ab oder nicht )tatsächlich eine normalere Wahrnehmung von Frauen und Kleidung erfährt , denn wenn man sich an Printmedien oder TV orientiert .
    Ich sehe jedenfalls beim MMM ganz viele Teilnehmerinnen , die sich entweder mit komplizierten alten Schnittmustern befassen und sie wirklich kreativ in die Neuzeit übersetzen ,andere die wunderbare Kleidung aus recycelter Kleidung herstellen oder auch diejenigen , die ihr Traumteil mit viel Kreativität und know how auf ihre eigenen figürlichen Bedürfnisse anpassen .
    Als letzten Punkt möchte ich meine eigen Erfahrungen mit dem MMM darstellen : Ich stelle fest , dass mich Frauenzeitschriften , die ich vor der Teilnahme am MMM regelmässig konsumiert habe so irgendwie gar nicht mehr interessieren - ich merke , dass deren Inhalte am realen Leben so dermassen vorbeigehen , und für mich GsD auch keine Vorbildfunktion mehr haben . Ich merke ausserdem , dass ich Schaufenster ansehe , in Geschäfte gehe , aber da ist nichts für mich ! Ich will mich nicht in superschmale Hosen in Regenbogenfarben pressen , ständig das Bäuchlein ohne Erfolg einziehen , weil es ab einem bestimmten Alter auch bei schlanken Frauen unweigerlich hässlich über den Jeansbund fällt .
    Da hat mich der MMM unglaublich motiviert , das zu nähen was zu mir passt , und in dem ich mich wohlfühle .
    Manchmal treffe ich auf Einladungen Frauen aus der sogenannten Gesellschaft , die mit dem vorlieb nehmen müssen , was so angeboten wird , und die sich vorwiegend an dem orientieren , was die Medien als neuzeitliches Frauenbild präsentieren . Frauen , die wie ich älter sind , die sich aber wegen der Vorgaben in den Medien oder eben wegen des käuflichen Angebots in die schmalen Jeans pressen , Diäten machen , nie mit sich und ihren eigentlichen prima erhaltenen Körpern im Reinen sind . Dann freue ich mich sehr , dass ich durch die vielen Anregungen echter Frauen mein Bild von Kleidung und von mir sehr verändert habe , mich ganz relaxt bewegen und in meinen Sachen schön finden kann . Ich habe schon immer ein ganz gutes Selbstbewusstsein gehabt , aber dass ich mich in meinem ( alternden ) Körper und mit meiner " Aussenwirkung " wohl fühle , dass hat wirklich mit Euch allen zu tun . Danke !
    LG Dodo

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    1. Ich sehe es genauso wie Dodo. Toller Artikel, tolle Aktion - vielen lieben Dank an die MMM-Crew!!!!
      Viele Grüße
      Antje

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    2. Ich kann Dodo ebenfalls nur zustimmen. Der Artikel ist klasse und bringt genau auf den Punkt, was der MMM für mich bedeutet. Mir werden immer wieder die Augen geöffnet für die Möglichkeiten, die in einem Kleiderschnitt stecken, die ich vermutlich nicht so schnell erkannt hätte. Ich ziehe es auch vor, Kleider an "echten" Frauen mit "Alltagskörpern" zu sehen, der Kopf ist dabei für ein Kleid glaube ich eher Nebensache!
      Ich denke außerdem, das Selbernähen hat durchaus eine politische Dimension: Zum einen ist es eine Konsumverweigerung, denn ein selbstgenähtes Kleidungsstück wird in der Regel doch viel länger getragen, als ein gekauftes, was sicher auch an der Qualität liegt, die man dabei produziert. Es ist dadurch auch ein Beitrag zur Nachhaltigkeit und zum Umweltschutz. Die Frau (oder der Mann), die selber näht trägt auch Kleidung, die eben nicht unter menschenunwürdigen Bedingungen hergestellt wurde (was im Zeitalter der Globalisierung natürlich auch ein zweischneidiges Schwert ist, denn dadurch dass ich nähe, verbessere ich natürlich nicht die Arbeitsbedingungen, sondern vernichte eher Arbeitsplätze, aber das hat Konsumverweigerung leider immer an sich). Für mich hat Selbernähen außerdem etwas mit Emanzipation im ursprünglichen Sinne zu tun: Emanzipation als "Entlassung in die Selbstständigkeit"(Wikipedia), ich emanzipiere mich vom herrschenden Modediktat hin zum selbstständigen Denken, eigenen Geschmack, Stil, zur eigenen Persönlichkeit. Wenn ich wirklich emanzipiert bin, dann gestalte ich mein Leben innerlich und äußerlich so, wie ICH es für richtig halte und denke und handele für mich allein, und nicht so, wie es eine Gesellschaft für richtig hält. (Wobei ich unbedingt für die simplen gesellschaftlichen Regeln von Toleranz und Rücksicht bin!) In dem Sinne finde ich es auch wesentlich emanzipierter, das Etikett "Kinderstoff" zugunsten von "Stoff, der mir gefällt" auszutauschen. Frauen, die das tun, haben ihre eigene Wahrheit für sich gefunden und leben danach. Genauso wie Kleidung nach mehr oder weniger historischen Schnitten aus dem letzten Jahrhundert zu nähen, möglichst viel Stoffe oder Kleidung zu recyclen oder eben gar nichts von dem zu tun, eigene Wahrheiten sind. Der MMM macht Mut, solche Wahrheiten für sich zu suchen, auszuprobieren und mit anderen zu teilen. Menschen zum eigenständigen Handeln anzuregen halte ich für einen großen Verdienst im Sinne einer freiheitlich-demokratischen Grundordung, und wenn das jetzt pathetisch klingt ist mir das echt egal!
      Danke, macht weiter so
      Mirabell
      PS: Natürlich ist mir der Wirbel um diesen Artikel nicht verborgen geblieben, aber ich nähere mich dieser, wie mir scheint, äußerst bedauerlichen Angelegenheit in der Reihenfolge ihrer Entstehung an, daher mag mein Kommentar der einen oder anderen vielleicht etwas befremdlich erscheinen.

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  17. Hallo!
    Ich fühle mich durch den Artikel bestätigt und gestärkt!
    Danke! Und sehr bedauerlich, daß das abgelehnt wurde.
    LG, Susana.

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  18. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

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    1. Warum hast du das denn gelöscht? Das war doch gut und interessant!

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  19. ein gelungener artikel, der all das in worte fasst, was ich damit verbinde und weshalb ich mitmache
    angeregt und ermutigt durch all die anderen frauen macht es mir jetzt großen spaß dabei zu sein, und meine kreativität wird durch das schöne feedback um vieles beflügelt

    lg anja

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  20. toll. find ich gut.
    Mannometer und sowas lehnen die ab?

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  21. Wenn ihr euch selber "nur" als kleine Nähblogger betrachtet dann tut es mir wirklich leid für euch, aber dann sprecht bitte auch für euch und nur für euch!
    Denn ich fühe mich in keinsterweise im Netz falsch verstanden oder nicht genügend gewürdigt. Ich möchte mich auch ganz weit davon distanzieren gegen die Männer in der Bloggerwelt zu sein! Mehr miteinander anstatt gegeneinander.
    Ein Hohn finde ich es übrigens einen Artikel zu verfassen in dem auf "Kopf und Stil" hingewiesen wird und dann grade häufig dieser besagte Kopf abgeschnitten oder verdeckt ist! Wenn man eine solche Meinung hat und diese dann auch noch ungefragt anderen überstülpen möchte sollte man schon präsent dahinter stehen und sich nicht hinter einem schwarzen Balken verstecken!
    Ob ich noch weiter am MMM mitmache wenn er weiter unter diesen Gesichtspunkten geführt wird, weiß ich noch nicht.
    Denn meine Politische Arbeit führe ich an anderer Stelle und nicht in meinem Blog.
    Gruß Rubinengel

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    1. Hast du den Artikel überhaupt gelesen?
      Ich glaube, es wird einfach auf verschiedenen Ebenen agiert. Die Einen machen einfach aus Spaß an der Sache und die Anderen machen und hinterfragen, analysieren und werden sich dadurch bewusst warum sie tun was sie tun und welche Auswirkungen das eventuell haben könnte und das überhaupt alles mit allem zusammenhängt. Ich empfinde diese Blogbeiträge meist als willkommenen Denkanstoß und kann nicht verstehen, was daran so schlimm ist. Es wird ja keiner verpflichtet sich damit auseinanderzusetzten.

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    2. Ja habe ich und die MMM Crew hat Regeln aufgestellt, ich zitiere mal:

      2. Der Me-made-Mittwoch dreht sich um selbstgemachte Kleidung für Erwachsene.
      Nachzulesen unter "wie funktioniert" der MMM

      Und genau aus dieser Prämisse herraus habe ich mich oft verlinkt, es ging mir um das nähen, den Austausch rund ums nähen. Wie gesagt Politisch wirke ich auf anderen Ebenen, wer es hier beim MMM machen mag, bitte von mir aus, nur ich für meinen Teil würde mich zurück ziehen. Denn ich sehe die Sache nun mal in einem anderen Licht.
      Gruß Rubinengel
      P.S. Damit ist für mich die Diskussion beendet, es ist mein Standtpunkt, den muß Niemand teilen!

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  22. Hier nun auch noch mal, der Formhalber:
    Hätte ich VORHER im MMM Blog davon erfahren das meine Verlinkten Beiträge deinen/euren Politischen Ambitionen dienen, dann hätte ich NIE mitgemacht.Daher möchte ich das meine gesamten Beiträge gelöscht werden! Meine MMM Postings werde ich ebenfalls umdeklarieren.
    Gruß Rubinengel

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  23. Mir hat der Artikel sehr gut gefallen.
    Und natürlich sind auch die Dinge "politisch", die "nur" gesellschaftlich relevant sind - also neue Strömungen, Trends, Diskurse, auch wenn sie nicht gleich im Bundestag verhandelt werden. Niemand hier verlangt, dass bspw. die Rocklänge vom Bundesverfassungsgericht vorgeschrieben wird (glücklicherweise haben unsere Politiker_innen besseres zu tun -- aber das ist nicht überall auf der Welt so.)
    Uns so kann es eben auch passieren, dass man eher aus Versehen politisch agiert - weil das Politische eben doch manchmal auch das Private ist. Vor allen Dingen, wenn genügend Einzelfälle darauf hindeuten, dass es eine zugrundeliegende strukturelle Entwicklung gibt. Das ist natürlich schade für diejenigen Frauen, die nicht politisch handeln //wollten//, lässt sich aber wohl nicht ändern.
    Und da der Vortrag niemandem, nicht mal den Organisatorinnen, unterstellt, mit einer explizit "politischen" Agenda die Weltherrschaft anzustreben, und auch nirgendwo irgendein Mann angegriffen wurde (allerhöchstens eine Struktur), verstehe ich persönlich auch nicht, warum manche sich von der im Vortrag vorgestellten Analyse so stark distanzieren wollen (darf natürlich jeder machen).
    Es ist eben so, dass eine Analyse, mit etwas Abstand von "aussen", auf den ersten Blick nicht erkennbare zugrundeliegende Strukturen und Systeme herausarbeitet. So war schon mancher Dichter überrascht,was alles aus seinen Schriften herauszulesen war -- nur weil man es nicht bewusst hineingelegt hat, heißt es nicht, dass es nicht drin ist; oder die Interpretation falsch ist.
    Oder politischer:
    Es ist ein bisschen wie beim Wählen: auch NICHT zur Wahl zu gehen ist eine politische Aussage. Sogar kein Wahlrecht zu haben (ob man es will oder nicht) ist politisch. Doofes Dilemma, lässt sich aber leider nicht ändern.

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  24. Liebe MMM-Macherinnen,
    vielleicht ist es ganz gut (immer) mal wieder an die Wortherkunft von "Politik" zu erinnern: Der Ausdruck Politik wurde, mit Umwegen über das Lateinische (politica, politicus), nach griechisch Πολιτικά (politiká) gebildet. Dieses Wort bezeichnete in den Stadtstaaten des antiken Griechenlands alle diejenigen Tätigkeiten, Gegenstände und Fragestellungen, die das Gemeinwesen – und das hieß zu dieser Zeit: die Polis – betrafen. Entsprechend ist die wörtliche Übersetzung von politiká anzugeben als „Dinge, die die Stadt betreffen...“ (aus wikipedia). Ich habe das so vermittelt bekommen und für mich definiert, das Politk, das ist was uns uns unser Zusammenleben betrifft. Und ob frau sich da NICHT raus halten kann/sollte ist zumindest für mich keine Frage ;-))

    Was die re:publica angeht: mit Kiki und Danielas Vortrag sind die "craftistas" jetzt in deren Mitte angekommen und ich würde euch ermutigen für die rp14 das Panel unbedingt nochmal einzureichen. By the way ist dieses Jahr sehr sehr viel aus dem Programm geflogen und sicher nicht das schlechteste - 3 Tage sind einfach endlich.
    lG
    antje

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