Sonntag, 12. Juni 2016

Let's Rock, der Sommer-Rock-Sew-Along: Rockworkshop mit Sybille


Heute geht es weiter mit dem Sommerrock-SewAlong. Schwirrt euch nach der Inspirationssammlung von letzter Woche der Kopf, fühlt ihr euch ein bißchen überfordert, sucht ihr etwas ganz Einfaches, wollt ihr heute noch schnell einen Rock nähen und ihn morgen anziehen oder wollt ihr Freundinnen, die noch nie genäht haben zeigen, dass Nähen gar nicht schwierig ist? Für alle diese Fälle haben wir  - genauer gesagt: Sybille - heute eine Anleitung für einen ganz einfachen Sommerrock für euch. Ihr braucht nur Baumwollstoff und ein Bündchen, euren Schnitt zeichnet ihr euch selbst.

Oder habt ihr letzte Woche schon das richtige Projekt, den richtigen Schnitt zum Stoff oder euren Traumrock gefunden? Seid ihr mit dem Fortschritt glücklich oder gibt es Probleme? Verlinkt euren Stand in der Linkliste ganz unten.

Bei mir, Meike, sind die beiden Rockvorhaben schon gedanklich etwas weiter, aber ich gestehe: es ist noch keine Naht genäht. Lucy hat wenigstens schon die Taschen in ihr Rockvorderteil genäht.

Aber nun zu Sybilles Tutorial:

Anleitung für einen Sommerrock - ganz einfach


Hier ist ein Tutorial für absolute Nähneulinge, das ist der Ablauf meines Nähworkshops *Ein Tag ein Rock*, den ich, Sybille von dasbürofürschönedinge, die vergangenen Jahre in einem Bielefelder Nähcafe gehalten habe.
In diesem 3 stündigen Workshop hatte jede Teilnehmerin, auch die Kinder, ihren ersten selbst genähten und tragbaren Rock fertig gestellt.

Genäht werden soll ein einfacher Sommerrock mit Stretchbündchen, die Rockform ist A-förmig, eine einfache Trapezform.
Dieses Exemplar wird ein Mädchenrock in Größe XS.

Material:

Baumwollstoff ca 1,45 cm Breite, einmal die Rocklänge, z.B: 60 cm
Bündchenstoff als Schlauchware oder Meterware 25 cm
Etwas Packpapier, Papier und Stoffschere, Stecknadeln, Lineal und Schneiderkreide.



Zuschnitt:
Am besten nimmst du Packpapier und erstellt dir deinen individuellen Schnitt, dann kannst du ihn mehrfach verwenden.

Messe deine Hüftweite und teile diese durch zwei.
Rechne 5cm hinzu, das ergibt die obere Rockbreite, hierbei sind Vorder und Rückenteil gleich groß.
Jetzt legst du die Rocklänge nach deinen Wünschen fest, z.b.: 50 cm + 3 cm für den Saum, und zeichnest zwei gerade Linien nach unten.
Am unteren Ende fügst du rechts und links jeweils 5cm hinzu, verbinde die Punkte seitlich zu einem Trapez.
Wenn du dieses Trapez jetzt mittig durchschneidest hast du ein Rockvorderteil und ein Rückteil.


Falte die Stoffaußenseiten deines Baumwollstoffes zur Mitte, so dass zwei Bruchkanten (Stoffbruch) entstehen.
Jetzt jeweils ein Schnittmuster an einen Stoffbruch anlegen.
Beachte das Muster, nicht dass die Blumenstengel später nach oben zeigen, oder die Füchse Kopf stehen.
Jetzt zeichnest du die Umrisse mit Schneiderkreide auf deinen Stoff, und schneidest vorsichtig entlang der Linien aus.

Aufgesetzte Tasche:

Wenn du Taschen möchtest, schneidest du diese (2 Stück)in gewünschter Größe zu, der Stoff ist unten gedoppelt.


Die drei offenen Seiten stecken und bis ca 5 cm vor der unteren Kante schließen. Hier ist die Wendeöffnung.
Du nähst 1cm breit, wenn du die Nadeleinstellung auf links setzt, das ist bei fast allen Maschinen möglich, die rechte Füsschenseite läuft der Stoffkante entlang.
Nadeln immer quer zur Nährichtung stecken, so stichst du dich nicht und kannst über die Stecknadeln hinwegnähen.


Am Anfang und am Ende jeder Naht nähst du 3-5 Stiche rückwärts, das nennt sich Verriegeln
und hindert die Naht, sich wieder zu öffnen.


Um schöne Ecken zu nähen lässt du die Nadel im Stoff stecken, hebst den Nähfuß an,
wendest das Nähgut um 90 Grad und senkst das Füßchen wieder ab.


Ecken abschneiden, anschließend durch die Öffnung wenden, und bügeln!


Eine Ecke umbügeln (rechts und links) und Taschen auf dem Rockvorderteil positionieren.



Knappkantig und Füsschenbreit aufsteppen, dabei die Nähnadel in der Ecke wieder versenken.



Jetzt sind Vorder und Rückenteil fertig zum Zusammennähen.

Bündchen:

Es ist wichtig, dass das Bündchen eng sitzt, damit der Rock später nicht rutscht.
Bei Schlauchware kannst du es anprobieren, bei Meterware steckst du es an der Seite fest.





Passende Weite abstecken...



Überschüssigen Stoff einzeichnen, entlang der Linie zusammennähen, Rest abschneiden.



Jetzt die Naht auseinanderbügeln und das Bündchen über der Naht zusammenlegen.
Die Naht ist jetzt im Inneren versteckt und das Bünchen gedoppelt.
Soweit fertig.
Rock Vorder- und Seitenteile rechts auf rechts (mit den schönen Seiten) aufeinanderlegen.
Seiten stecken und wieder mit 1 cm Randabstand zusammennähen.



Die beiden Seiten müssen jetzt versäubert werden, damit der Stoff nicht ausfransen kann.
Entweder du benutzt den Zickzackstich deiner Nähmaschine, oder du hast Zugriff auf eine Overlockmaschine, die schneidet gleichzeitig den Rand schön gerade ab.



Zickzacknaht, ein Stich auf und ein Stich neben dem Stoff .
Overlocknaht

Jetzt die Nahtzugaben zur hinteren Rockseite bügeln.


Rock nach außen wenden,
toll sieht das schon aus!


Um das Bündchen gleichmäßig anzustecken, teilst du die obere Rockkante in vier gleiche Abschnitte, so verfährst du auch mit der offenen Bündchenseite.


Nun den Rock in das Bündchen hineinstecken, die vier Markierungen treffen aufeinander!
Die Nähte treffen aufeinander!


Noch einmal mit einigen Nadeln zusammenstecken.



Jetzt nähst du von der Stoffseite aus, und ziehst das Bündchen dabei vorsichtig in die Länge!



Die fertige Naht wird wieder versäubert.

So sieht das aus, wenn der Oberstoff gleichmäßig an dem Bündchen verteilt ist!



Zur Bestimmung der Rocklänge jetzt anprobieren und Länge abstecken, du kannst jetzt auch entscheiden noch eine Bordüre, Spitze, Bommelkante oder was du gerade schön findest an dem Saum anzubringen. Das solltest du bei der Rocklänge bedenken.

Über das Bügelbrett ziehen, das erleichtert das Bügeln.


Die untere Rockkante (der Saum) wird durch Bügeln eines Einschlages und eines Umschlages erstellt. Einschlag 1 cm breit umbügeln.


Umschlag dann 2 cm breit umbügeln und feststecken.

Knappkantig an der Umbruchkante nähen, hierzu das Füßchen wieder auf mittlere Position stellen.


Wer möchte kann jetzt von der rechten Stoffseite den Saum noch verzieren, hier mit Zackenlitze.


Am Ende schlägst du die Litze ein und verriegelst wieder.


Soweit so großartig!

Passenden Knöpfe aussuchen.

Knopfloch in die Ecke des Umschlages der Taschen nähen, oder ohne Knopfloch einfach den Knopf aufnähen.


Tadaaaaaaaaa



Weitere Sew-Along Termine:

Am 19. 6. geht es um Details, Details, Details - Rockbund, Taschen und Säume und am 26. 6. gibt es das große Finale! 


Mittwoch, 8. Juni 2016

MeMadeMittwoch am 8 Juni mit den Ergebnissen des Prada-Sewalongs

Bei Sewalongs termingerecht zum Finale fertigzuwerden ist meine große Schwäche, daher bin ich froh, dass ich (Lucy) euch heute als Gastgeberin mein Ergebnis des Prada-Sewalongs zeigen kann. Ich hatte mir zwei Teile vorgenommen: Einen aus Leinenresten im Patchwork zusammengesetzten Rock, für den es bei Prada ein konkretes Vorbild gab, und ein Top in einem für Prada typischen seltsamen Farbton, ein Gelbgrün zwischen Senf und thailändischer Currypaste, für das ich einen Schnitt und eine konkrete Idee finden musste - hier hatte ich ausführlich über meinen Plan geschrieben. 


Der Fahrplan für den Rock lag von Anfang an klar vor mir, daher wurde er auch rechtzeitig fertig. Ich habe einfach einen Schnitt für einen Rock mit sechs Bahnen aufgeteilt, für jedes der drei Bahnen-Teile ein Schnittteil erstellt und die Leinenreste zugeschnitten. Die Einzelteile sind dachziegelartig mit offenen Kanten aufeinandergesteppt und dürfen an den Kanten ausfransen - das sieht man auf den Bildern nur nicht. 


Bei dem Oberteil wollte ich die Elemente hineinbringen, die ich für mich als "typisch Prada" definiert hatte: Eine zweite Farbe in einer ungewöhnlichen Zusammenstellung verwenden und einen nicht figurnahen Schnitt ausprobieren. Beides Dinge - zusammen mit der gelbgrünen Grundfarbe - die ganz weit weg sind von dem, was ich sonst anziehe.


Nach einigem Herumprobieren mit Pink und Türkisblau kam ich auf einen dunkelroten Viskosestoff als Kontrast, als Schnitt verwendete ich das Top 114 aus Burdastyle 4/2016 (hier bei Zufall, wenn's klappt und hier bei Blaupause7 gab es auch schöne Versionen zu sehen). Die Belege schnitt ich aus der dunkelroten Viskose zu und verstürzte sie nach außen anstatt nach innen. Außerdem kürzte ich das Top um 4 cm, so dass es gerade knapp bis zum Hüftknochen reicht - wenn schon sackig, dann wenigstens kurz, so dass die Taille darunter zu erahnen ist.  


Das Interessante spielt sich bei diesem Top eindeutig auf der Rückseite ab - vorne ist es mir eigentlich ein bißchen zu hochgeschlossen. Trotzdem bin ich ganz positiv überrascht, wie angenehm sich das trägt und dass es trotz allgemeiner Körperferne mit einem engeren Rock ganz gut aussieht. Etwas ungewohnt, aber es lohnt sich auf jeden Fall, diese Schnittform ins Repertoire aufzunehmen. Und dass ich die Farbe tragen kann, ohne wie ein Häufchen Elend auszusehen, überrascht mich auch. 


Damit hat mal wieder ein Sewalong meinen Bekleidungshorizont erweitert. Und nun bin ich gespannt auf eure Entdeckungen - lasst sehen, was tragt ihr heute?


Sonntag, 5. Juni 2016

Let's Rock - der Sommer-Rock-Sew-Along: Inspiration, Schnitte und Materialien



Heute geht es los mit dem Sommer-Rock-Sew Along, heute kümmern wir uns um Schnitte und Materialien - viel Inspiration gibt es automatisch dazu. Wir - Meike und Lucy - begleiten euch bis Ende Juni in vier Terminen zum Sommerrock. Schreibt einen Blogpost mit euren Ideen und Wünschen. Vielleicht habt ihr schon einen ganz bestimmten Schnitt, den ihr unbedingt nähen wollt, vielleicht habt ihr aber auch nur einen bestimmten Rock im Sinn, für den noch der passende Schnitt fehlt oder aber ihr habt gleich mehrere Schnitte zur Auswahl und könnt euch nicht entscheiden?

Ich, Meike, kann mich auch immer so schwer entscheiden. Gerade Röcke kann frau ja eigentlich gar nicht genug haben. Aber es gibt ja solche und solche und wahrscheinlich gibt es doch "den einen", der für euch in der aktuellen Lebenssituation doch der Beste ist. Damit es leichter fällt, sich zu entscheiden, habe ich mir ein paar Fragen überlegt:
  • Zu welchen Anlässen wollt ihr den Rock tragen?
  • Wollt ihr mit dem Rock Fahrrad fahren?
  • Gibt es ein Oberteil, das nur auf einen passenden Rock wartet?
  • Gibt es eine begrenzte Stoffmenge, weil ihr einen Stoff aus dem Lager nehmen wollt? 

Na, wird euer Bild vom Rock schon konkreter? Falls das immer noch nicht der Fall sein sollte, ihr euch aber kaum bremsen könnt, den Traumstoff fürs Traumröckchen schon jetzt zu kaufen, ein kleiner Anhaltspunkt für die Stoffmenge:

  • für einen engen Rock braucht ihr "1x die Länge", d.h. ihr messt von Taille bis Rocksaum und addiert noch etwas für einen umgeschlagenen Saum und den Bund. 
  • für einen ausgestellten Rock in A-Form, braucht ihr in der Regel "1,5x die Länge", weil die Rockteile unten breiter sind und versetzt aufgelegt werden müssen
  • für einen weiten Rock braucht ihr meist "2x die Länge"

Und wie sieht es mit euren Materialvorstellungen aus? Da übergebe ich mal an die kompetente Frau Nahtzugabe.

Die Wahl der richtigen Stoffqualität trägt viel zum Erfolg oder Misserfolg eines Nähprojekts bei, ich glaube ich (Lucy) habe schon mehr Projekte durch die falsche Stoffwahl in den Sand gesetzt, als durch alle anderen möglichen Ursachen (falsche Größe, nicht zu mir passende Schnittform Nähfehler...) zusammen. Leider lernt man das Beurteilen von Stoffen am besten aus Erfahrung, und wenn man gerade erst anfängt, Kleidungsstücke für sich selbst zu nähen, sind Stoffempfehlungen wie bei Burda, wenn in der Anleitung wie so oft nur "Rockstoffe" als Empfehlung steht, nicht besonders hilfreich.

Die Grobeinteilung von Stoffen in "Stoffe mit Stand" und "fließende Stoffe" ist aber ein guter Anhaltspunkt, ich habe mal versucht, das im Bild zu zeigen: 


Links ein fließender Stoff, dünner Viskosekrepp, rechts ein Stoff mit Stand, mitteldicke gewebte Baumwolle. Die Stoffstücke haben ungefähr die gleiche Größe - man erkennt gut, dass der Viskosekrepp von seinem eigenen Gewicht ziemlich gerade nach unten gezogen wird und oben, wo er zusammengefasst an der Klammer hängt, kaum aufträgt. Beim Baumwollstoff fallen die Falten nicht so sehr in sich zusammen, der Stoff hat insgesamt viel mehr Volumen.

Fließende Stoffe sind zum Beispiel so gut wie alle gewebten dünnen Viskosestoffe, Kreppstoffe egal aus welchem Material (Viskose, Wolle, Poly und Mischungen), dünner Twill ist fließend, Jersey ist tendenziell auch eher fließend. Wenn ihr einen Rock nähen wollt, der weit und leicht schwingt, aber trotzdem schmal um den Körper fällt, dann ist das euer Stoff. Fließende Stoffe sind gut für Schnitte mit eingekräuselten Teilen an der Taille, für Schnitte mit Godets (eingesetzten Keilen, durch die der Rock am Saum ganz weit wird), für weite Bahnenröcke und für Maxiröcke - eigentlich immer, wenn man es mit einer großen Stoffmenge zu tun hat.   

Stoffe mit Stand sind zum Beispiel die typischen Quiltstoffe - gewebte mitteldicke Baumwolle mit schönen Mustern - Jeansstoffe, Baumwollköper, Leinen, Cord. Das ist das richtige für gerade, enge Röcke, für Röcke mit Falten und für leicht ausgestellte Rockschnitte (A-Linie), immer wenn der Rock richtig Substanz haben soll. Röcke aus Stoffen mit Stand sind robuster und Schnittdetails wie eingesetzte oder aufgesetzte Taschen, abgesetzte Passen, Falten und ähnliches kommen gut zur Geltung.

Bei manchen Schnitten habt ihr die Wahl, sie können aus fließenden und steifen Stoffen genäht werden und wirken dabei jedesmal anders. Tellerröcke aus fließenden Stoffen schwingen sehr schön und fallen glatt um die Beine, wenn sie nicht in Bewegung sind. Aus Stoffen mit Stand fällt so ein Tellerrock hingegen in großzügigen Wellen und wird zum Saum hin deutlich breiter, weil der Stoff nicht in sich zusammenfällt, eben die typische Silhouette, die man aus den 50er Jahren kennt. 

Wenn ihr unsicher seid, wofür ein Stoff geeignet sein könnte, dann wickelt ein Stück von der Rolle ab und haltet es probehalber wie einen Rock vor euch, dann kann man meistens ganz gut abschätzen, wie sich der Stoff in vernähter Form verhalten wird: Schmiegt er sich an den Körper an oder steht er ab? Legt ein Stück probehalber mit der Hand in Falten oder Kräusel und überlegt, ob ihr die Stoffmasse so in der Nähe der Taille haben wolltet. Wenn ihr materialmäßig noch gar nicht wisst, was ihr sucht, dann kann es sich lohnen, in Bekleidungsgeschäften spionieren zu gehen, nach Röcken zu suchen, die in etwa eurer Vorstellung entsprechen, die Stoffe anzufassen und sich die Dicke und den Fall einzuprägen. Ich mache es mir einfach und plane etwas vollkommen Durchschnittliches: Einen mittelweiten Rock aus einem Stoff mit etwas Stand nach einem Schnitt aus Burda 3/2016.

Und ich, Meike? Ich habe auch schon einen Rock im Kopf und einen Stoff dazu. Die Geschichte dazu gibts auf meinem Blog. Ich habe noch keinen Schnitt dafür und ich bin auch noch nicht sicher, ob mir der gehortete Stoff vielleicht doch zu zerknittert durchsichtig ist, aber ich habe fest vor, daraus einen Rock zu nähen. Vielleicht finde ich bei euch dazu noch Inspiration für die Umsetzung?

Na wie schaut es bei euch aus? Habt ihr schon konkrete Pläne? Wenn ja, dann zeigt uns Schnitt und Stoff, denn wir sind schon neugierig. Oder seid ihr noch am Überlegen? Dann lasst uns an euren Überlegungen teilhaben. Wir sind sicher: auch für euch gibt es den perfekten Rock.

(Beim nächsten Mal (12. 6.) gibt es ein Tutorial von Sybille für einen anfängertauglichen Rock und die Möglichkeit, sich hier zu verlinken, um von Modell- und Stoffentscheidungen, Fortschritten und Problemen zu berichten und Hilfe zu bekommen.)


Mittwoch, 1. Juni 2016

Me Made Mittwoch mit Gastbloggerin Nadelbernds Nähkästchen

Einen wunderschönen Guten Morgen und herzlich willkommen zum Me Made Mittwoch!

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Wir möchten euch noch an kommenden Sonntag erinnern, da beginnt der rockige Sew Along, wir freuen uns über eure vielen netten Kommentare und auf ein gemeinsamen Rocknähen!
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Mein Name ist Nadine, ich freue mich sehr heute Eure Gastgeberin sein zu dürfen. Normalerweise blogge ich seit 2013 zusammen mit meinem grummeligen Assistenten auf nadelbernds*nähkästchen.




In den letzten Wochen überlegte ich fieberhaft, mit welcher Eigenkreation ich denn nun bloß hier vortanzen soll. Wer ab und zu bei Nadelbernd und mir vorbeischaut ahnt bereits, dass es mit ziemlicher Sicherheit schon mal keine Hose ist, denn am liebsten nähen wir Kleider und Röcke, bevorzugt weit schwingend und manchmal mit fragwürdigen Mustern. Meinem Beuteschema bin ich treu geblieben, allerdings habe ich es erweitert und endlich meine Oberteilnähschwäche überwunden. Also zeige ich Euch heute in Premiere ein zweiteiliges selbst genähtes Outfit:

Das blusenartige Top stellt für den Start meiner Oberteilkollektion keine wirkliche schnitttechnische Herausforderung dar, dafür ist aber der Stoff etwas ganz Besonderes, nämlich ein budgetsprengender Seidentraum vom Stoffmarkt in Frankfurt. Das Blumenmuster in den tollen Farben hat sämtliche Stoffkaufsicherungen durchbrennen lassen und ich musste ihn einfach haben, platzendes Stofflager hin oder her!










Der Schnitt ist ein simples Top mit eingelegten Falten am vorderen Ausschnitt und wunderbar fix zu nähenden Raglanärmeln (Nr.22 aus der Fashion Style 04/2015). Da ich es schon ein paar Mal erfolgreich genäht habe waren hier keine Schwierigkeiten zu erwarten -bloß keine Experimente mit normalen Ärmeln oder gar Knopflöchern bei diesem flutschigen und empfindlichen Stoff!

Trotzdem war das Nähen eine aufregende Sache, denn weil die Seide mit dem leuchtendem Blumenprint so teuer war, habe ich natürlich stundenlang die Schnittteile hin und her geschoben um die Blüten möglichst optimal zu platzieren und ziemlich lange gezaudert den Stoff tatsächlich zuzuschneiden. Das Ergebnis gefällt mir sehr gut, der fließende Stoff fühlt sich schön auf der Haut an und die intensiven Farben machen sofort gute Laune.  Ab und zu auch mal in hochwertige Stoffe zu investieren lohnt sich wirklich!




Der Rock aus einem grau-grisseligen Baumwollcoupon (ebenfalls vom holländischen Stoffmarkt) ist mit seiner raueren Struktur und den abgesteppten Falten ein schöner Kontrast zu der schimmernden Flapperbluse. Genäht ist er nach "Zinnia", einem als  "quick & easy" kategorisierten Schnitt von Colette Patterns. Einfach ist er schon, wirklich schnell fand ich ihn allerdings nicht zu nähen, die Faltenlegerei hält ziemlich auf, lohnt sich aber. Besonders gefallen mir an diesem Rock auch die Gürtelschlaufen und die praktischen Taschen. Weil der Baumwollstoff im Gegenlicht relativ durchsichtig ist, habe ich noch einen Unterrock aus flaschengrünem Futterstoff ergänzt.

"Zinnia" ist mein erstes Teil nach einem Colette Download Schnittmuster. Das Zusammenkleben nervt natürlich, erst recht bei den großen Schnittteilen des Rockes, dafür muss man aber auch nicht auf den Postboten warten. Trotz englischer Anleitung war alles dank jeder Menge aussagekräftiger Abbildungen gut verständlich. Positiv aufgefallen ist mir, dass bei vielen Anweisungen erklärt wird, warum man dieses und jenes tun sollte. Ich neige nämlich gelegentlich dazu Arbeitsschritte, die ich nicht nachvollziehen kann, einfach zu übermurksen. So habe nun auch ich begriffen, wie man einen Bund mit Knopfverschluss in schön nähen kann.

Wie Ihr sicher schon erkannt habt, sind die Fotos bei einem Besuch in Berlin entstanden. Neben dem Abklappern typischer Touri-Sehenswürdigkeiten im Regierungsviertel und auf der Museumsinsel waren wir viel in Kreuzberg und Umgebung unterwegs. Wie oft habe ich beim MMM schon vom legendären Maybachufer Stoffmarkt gelesen und nun konnte ich dort auch endlich nach Stoffen stöbern. Leider nicht auf dem "richtigen" Stoffmarkt, denn der findet nur samstags statt, aber der türkische Markt (immer dienstags) war auch hübsch und ein Erlebnis. Neben günstigen Stoffen gibt es jede Menge Krimskrams und orientalische Leckereien.

In der quirligen Oranienstraße mit ihren vielen individuellen Lädchen habe ich dann sogar noch die perfekte Tasche für mein Outfit entdeckt:




Jetzt aber Bühne frei für Eure Projekte, ich bin gespannt was Ihr Schönes genäht habt!