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Mittwoch, 8. Februar 2017

MMM am 8.2.2017



Herzlich willkommen zum Me Made Mittwoch am 8. Februar 2017. Mein Name ist Meike und ich blogge auf crafteln.de. Ein letztes Mal bin ich heute die Gastgeberin für unser wöchentliches Defilée- ein komisches Gefühl. Aber zuerst zu den Klamotten.

Ich habe mir ein "Nachthemd" und einen "Bademantel" genäht und weiß nicht so recht. Schon seit einiger Zeit ist "Oversize" ein Modethema und wider besseren Wissens wollte ich mich doch mal daran versuchen. Oversize finde ich an zarten, mädchenhaften Frauen ganz hinreißend. Auch ich springe sofort an, wenn ich die durch oversize Klamotten unterstrichene Hilfsbedürftigkeit sehe. Das Problem ist allerdings: das Zarte und Mädchenhafte ist bei einer Plus-Size-Frau zwar auch vorhanden, wird aber leicht im Gesamteindruck übersehen.



Für meine Figur bevorzuge ich normalerweise Kleidungsstücke, die auf Figur geschnitten sind und mit ihren Designlinien Form geben bzw. dem Auge Halt bieten. Abnäher machen Kleidungsstücke dreidimensional und schaffen dort Raum, wo Raum gebraucht wird. Teilungsnähte strecken und formen. Seitdem ich dem "Litfasssäulenlook" abgeschworen habe, hatte ich mich eigentlich von dem Thema "Wallewalle" verabschiedet. Aber Mode, insbesondere die unter Nähfreundinnen, geht nicht spurlos an mir vorbei, deswegen ersehnte ich schon länger einen sehr langen Cardigan. Außerdem freute ich mich wie Bolle, dass es die La Maision Victor-Nähzeitschrift als Sonderheft für große Größen gibt. (Hier habe ich sie besprochen.) In diesem Heft fand ich ein Kleid, das mich an mein vielgeliebtes und abgeliebtes Reisekleid erinnerte.





Das Kleid ist sehr gemütlich und ein guter Ersatz für das geliebte Reisekleid mit ähnlicher Silhouette. Wenn ich es trage, dann suhle ich mich in Gemütlichkeit und kann die Mode, diese Vorliebe für "Freizeitisierung" der aktuellen Mode, gut nachvollziehen. Doch ein Bild von der Seite zeige ich lieber nicht - diesen Eindruck möchte ich doch nicht aller Welt zeigen und für die Ewigkeit ins Internet stellen.

Da sowohl Kleid als auch Cardiganmantel aus schönem Material genäht sind, tragen sie sich sehr angenehm. Genäht waren beide Kleidungsstücke irre schnell: zack, zack mit der Ovi zusammengetackert, naturgemäß wenig Schnittanpassungsarbeit im Vorfeld und Anpassungen nach dem Nähen. Ich kann die Freude an schnellen Erfolgserlebnissen, die Begeisterung fürs Jerseyoberteile nähen und den Spaß an der "Gelinggarantie" von Oversizemodellen verstehen.




Kleiderschnitt: Bea aus La Maison Victor spezielle XL
Material: mitteldicker Seidenjersey vom Kaufhof am Ostbahnhof vor X Jahren

Cardigan: Stoff und Stil, Artikelnr.7300746, 25 cm verlängert
Material: Romanit/Courtelle, Stoff und Stil, 70 % Viscose, 27%Polyester, 3%Elastan



Genäht habe ich die beiden Kleidungsstücke, weil ich etwas brauchte, was ich als Gastgeberin beim Me Made Mittwoch zeigen kann. Die Werbefreiheit und das Zeigen der genähten Kleidung am echten Menschen sind das, was den MMM besonders macht. Dafür habe ich immer wieder in Diskussionen, mit Engagement und auch, wenn ich Beiträge löschte und meinen Namen darunter schrieb, eingestanden.

Jetzt nähe und trage ich aber eigentlich nur noch Kleidungsstücke nach Schnittmustern, die ich verkaufe - diese Kleidungsstücke kann ich natürlich bei unserer werbefreien Aktion nicht zeigen. Will ich bei der Verlinkungsaktion mitmachen, kann ich nur etwas Altes zeigen oder muss mir extra etwas dafür nähen. Nachdem ich nun Schnittmuster verlege, Nähbücher schreibe und Workshops zu Schnittanpassungen gebe, dreht sich in Großteil meines Lebens um Nähen. Das ist toll, aber eben auch viel. Das ehrenamtliche Engagement als Teil des Me Made Mittwochs-Teams hat mir viel Freude bereitet, aber in den letzten Monaten ist es mir immer schwerer gefallen, die Aufgaben auch noch in meinem prall gefüllten Alltag unterzubringen.






Nach fast 5 Jahren als Mitorganisatorin des Me Made Mittwochs gebe ich den Staffelstab nun weiter. Die Entscheidung, das Team zu verlassen, ist mir schwer gefallen, denn ich hänge mit ganzem Herzen an der Idee des Me Made Mittwochs. Ich bin froh, dass der MMM in guten Händen ist, das machte mir meine Entscheidung leichter! Die Kommentare zu dem Beitrag, in dem die Veränderungen angekündigt wurden, haben mich sehr berührt. Ganz herzlichen Dank dafür. Und ganz herzlichen Dank, dass ihr alle den Me Made Mittwoch in den vergangenen Jahren mit Leben gefüllt habt!

Ich freue mich darauf, eure Beiträge zu sehen, ganz ohne Verpflichtung, einfach nur, weil ich es schön finde, euch zu sehen! Wir lesen uns weiter auf crafteln.de oder sehen uns auf einer der zahlreichen Veranstaltungen, die es in der Nähwelt gibt.

Und jetzt schreibe ich zum letzten Mal: Vorhang auf, die Bühne gehört euch!



Mittwoch, 2. November 2016

Me Made Mittwoch am 2. November 2016


Es ist Herbst - mehr Licht gab es nicht!

Hallo und herzlich willkommen zum Me Made Mittwoch. Mein Name ist .meike oder auch FrauCrafteln und ich blogge normalerweise auf crafteln.de.

Ich nähe seit 2010 Kleidung für mich und habe mittlerweile fast nur noch selbstgenähte Sachen an. Heute zeige ich euch etwas Altes, denn in letzter Zeit nähe ich nur noch "Sachen in eigener Sache" und die ich deshalb auf dem Me Made Mittwoch-Blog nicht zeigen kann - denn hier ist keine Werbung erwünscht. Das macht aber nichts, dass ich euch etwas Altes zeige, denn es handelt sich - trotz aller Schwächen - um ein Lieblingskleid und verdient einen zweiten, dritten, vierten Blick.


... aber es gab Musik beim Fotografieren

Das graue "Reisekleid", wie ich es 2012 nannte, als ich es nähte, ist das zweite Kleid nach einem Schnitt aus der Knip Mode 10/2011 (und ich habe es damals sogar schon mal hier auf dem MMM-Blog gezeigt). Die erste Version nähte ich als mein Weihnachtskleid beim ersten Weihnachtskleid Sew Along 2012.

Habt ihr gesehen, dass es hier auf dem Me Made Mittwoch-Blog ab dem 14.11. auch dieses Jahr wieder einen Weihnachtskleid-Sew Along gibt?

Letzten Winter entwickelte ich eine große Vorliebe für grau und das olle, ziemlich schlampig genähte Kleid entwickelte sich plötzlich zu dem meistgetragenen Stück aus meinem Kleiderschrank. Ich hatte irgendwie die Farben satt und fühlte mich herrlich angezogen in diesem kurzen, farblosen Ding. Ich glaube, ich brauche etwas Zurückhaltendes, das dennoch nicht allzu brav ist. Ein Kleidungsstück, dass sich auch mit einer Rolle im Hintergrund zufrieden gibt.


Wenn ihr fühlen könntet, WIE weich der Schal ist!

Dann strickte ich mir letztes Frühjahr noch den grauen Schal (nach der Anleitung "Smooth Move" von Stephen West) und jetzt war mein Winterausschnitt, mit dem etwas zu zugigem Ausschnitt perfekt. Was war ich glücklich, als ich auch noch Sneakers in grau mit silber und rosa entdeckte! Und jetzt sehe ich es erst: Als das Tuch fertig war,  zeige ich das olle graue Kleid ja auch noch mal beim MMM! Als hätte ich nichts anderes anzuziehen!


Hauptsache gute Laune!

In den nächsten Monaten habe ich fest vor, mir noch mal eine neue Version dieses Kleides - grauem Romanit - zu nähen. Der Stoff liegt schon parat. Damit es aber eine bessere Version wird, werde ich mir den Schnitt noch mal "zur Brust nehmen".


Daran kann noch ordentlich optimiert werden!

Ihr habt es bestimmt gesehen: der Brustabnäher sitzt komplett falsch und es gibt doofe Falten im Brustbereich. Ich muss den Brustpunkt tiefer setzen (die Schwerkraft, die Schwerkraft!) und muß mir noch mal genau überlegen, wo die Teilungsnaht sitzen soll. Und natürlich kann ich bei der zweiten Version dann auch den Beleg hübscher annähen.

Das Kleid sitzt total schlecht und der Stoff pillt fröhlich vor sich hin und trotzdem fühle ich mich gut und stark in dem Kleid. Ich mag den asymmetrischen Schnitt und die interessanten Falten. Statt immer wieder neue Schnittmuster auszuprobieren, werde ich mir bei Gelegenheit Zeit nehmen und mir ein "Reisekleid next Level" nähen. Hoffentlich, denn ich habe ein bisschen Angst davor, dass meine Erwartungen zu hoch sind und ich merkwürdigerweise dann doch etwas produziere, was zwar durchdacht ist, aber das abgeliebte Anfängermodell doch nicht ersetzen kann. Aber wenn ich es nicht probiere, werde ich es nicht herausfinden.

Ich weiß, es gibt tollere Kleider, aber mir doch egal!

Vielleicht konnte ich euch dazu ermuntern, auch alte Lieblinge beim MMM zu zeigen, denn es muß nicht immer alles neu und einzigartig sein. Wer selbstgemachte Kleidung trägt weiß genau, wie oft die ganz besonderen Stücke im Schrank hängen bleiben, weil sie doch weniger als erhofft zum Leben passen. Vielleicht gibt es auch bei euch das eine oder andere Kleidungsstück, dass unbedingt noch einmal genäht werden muss, weil es sich einfach bewährt hat. Wozu können wir nähen! Das ist doch die Magie - wir können uns ein Lieblingskleid einfach noch mal nähen, wenn wir es wollen. Weil wir es können!

Und jetzt zu euch. Neue Werke oder alte Schätzchen?



Mittwoch, 20. Juli 2016

Me Made Mittwoch am 20. Juli 2016



Hallo und herzlich willkommen zum Me Made Mittwoch. Mein Name ist .meike oder auch FrauCrafteln.

Ein Nähprojekt hat mich in den letzten Wochen sehr beschäftigt: der Waxirock. Ihr wisst nicht, was ein Waxirock ist? Das ist ein Maxirock aus Waxprint  - beides hätte ich noch vor ein paar Wochen weit von mir gewiesen, das mir das an mir gefallen könnte. Aber ich bin ein Lemming Opfer meiner Sehgewohnheiten: je öfter ich Waxprints sah, um so besser gefielen sie mir und als sich der erste zum Spaß genähte Maxirock als Garderobenliebling entpuppte, war auch diese Bastion gefallen.



Plötzlich hatte ich ein Bild im Kopf von stolzen, schönen Frauen mit prächtigen Hinterteilen in farbenfrohen langen Kleidern und dieses Bild liess mich nicht mehr los. Einen aufrechten Gang verbinde ich mit diesen Bildern aus meinem Kopf, Schönheit und Selbstbewusstsein. Plötzlich wurde dieser Waxirock für mich zu einem Symbol. Er wurde für mich zu einem Kleidungsstück, das laut sagt, dass jede Frau in jedem Körper schön ist und damit sichtbar sein darf und sollte. Ich konnte es kaum warten, diesen Rock zu nähen und zu tragen.



Rockschnitt: selbstgemacht
Shirt: Schnitt Mono Lisa aus Viscosejersey

Bevor ich anfing, den Waxirock zu nähen, grübelte ich stundenlang, wie rum ich das Muster nähen sollte. Zum Schluß entschied ich mich, den Stoff um 90 Grad zu drehen, irgendwie sehen diese Muscheln oder Fächer oder was das ist, so aufrecht so schön fröhlich aus.

Nach mehrmaligem Waschen wurde der Waxprint allerdings auch nicht so weich, wie ich es erhofft hatte und die erste Version meine Rockes, mit Gummibund, sah einfach nur furchtbar aus. Nix mit "jede Frau sieht hinreißend aus blabla....". Der Spiegel zeigte mir das Gegenteil. Doch glücklicherweise gab ich nicht auf. Ich trennte den Rock noch einmal in seine Einzelteile, nahm Weite oben raus, nähte einen Reißverschluss ein und steckte die Abnäher vorne und hinten so, bis sie mir gefielen.


Mit Bundfix geht der Bund fix

Anschließend nähte ich einen Bund mit Knopf und Knopfloch und korrigierte noch einmal, wie weit ich den Rock ausgestellt haben wollte. Wieder einmal bewahrheitete sich: jeder Stoff verhält sich anders. Durch seine Steifigkeit brauchte der Rock wesentlich weniger Weite als seine von mir genähten Vorgänger. Wieder was gelernt.

Die Nase hilft, den Schatten zu treffen

Was ich euch noch zeigen wollte, ist mein Nahtschattenfüßchen. Kennt ihr das? Ich habe den Bund so gebügelt, dass er von innen etwas länger ist, als von außen zu sehen, so konnte ich ihn mit einer Naht im Nahtschatten (also zwischen Bund und Rock in diesem Schlitz, der die Naht ist) unsichtbar annähen. Da mir das sonst nie besonders gut gelingt, habe ich nun dieses Füßchen, das mit seiner Nase ganz gut am Schatten langführt. Ich mag ja solche Gadgets!


Mit dem Shirt Mono Lisa habe ich den perfekten Sommershirtschnitt für mich gefunden und arbeite gerade an dem Projekt #6Shirts, von dem ich immerhin schon 4 fertig genäht habe. Ich mag dieses lockere, schmeichelnde Vorderteil und jetzt weiß ich auch, dass ich es mit Viscosejersey noch viel schöner finde, als mit Baumwolljersey oder noch festerem Jersey. Mit Viscosejersey ist es einfach perfekt für mich zum Maxirock!

Der Waxirock ist toll und hat sich auf einer durchtanzten Nacht schon wunderbar bewährt. Meinem mich begleitendenden Fotografen war es etwas unangehm, vor der Party und vor der Location Fotos zu machen. Obwohl ich sagte "von allen Seiten, auch von hinten" war nach wenigen Sekunden das "Shooting" schon vorbei und ich hatte nur eine handvoll Bilder mit der ewig gleichen FrauCrafteln-Pose. Aber nach einer durchtanzten Nacht,  hat er mich auch noch einmal von hinten erwischt.

Achtung: Am 27. 7. steht der Me Made Mittwoch unter dem Motto "Ich packe meinen Koffer" und nach einem tollen Sommer, in dem wir hoffentlich alle unsere Sommersachen ausgiebig tragen können, geht es am 7.9. mit dem MMM weiter!

Und ihr so? Auch mal wieder einer Mode ergeben oder zielstrebig nach Plan genäht? Hauptsache ihr fühlt euch schön!




Sonntag, 19. Juni 2016

Let's Rock, der Sommer-Rock-Sew-Along: Details, Details, Details


Hallo und herzlich willkommen zum dritten Treffen unseres Sommer-Rock-Sew-Alongs. Wir freuen uns sehr, dass die Idee, einen Sommerrock zu nähen so gut bei euch ankommt und sind gespannt auf eure Fortschritte!

Das heutige Thema sind Details. Ich, Meike, finde das ja gerade das Tolle am Nähen, dass ich es in der Hand habe, Details an Kleidungsstücke beliebig anzufügen oder wegzulassen. Ich denke da an vergessene Mantelaufhänger oder Ratz-Fatz-Röcke ohne Taschen. Die viel interessanteren Details sind aber diejenigen, die genau zu unserem Leben und unseren Bedürfnissen passen und die wir auch an Schnittmuster anfügen können, obwohl sie dafür gar nicht vorgesehen sind. Das prägnanteste Beispiel sind für mich: Taschen.

Bei Taschen gibt es die eine und die andere Fraktion: die einen sagen "kein Kleidungsstück ohne Taschen, wohin sonst mit Taschentuch, Schlüssel und Telefon" und die anderen sagen "Taschen? Wenn dann ohne Funktion, denn das trägt sonst viel zu viel auf" und vielleicht gibt es auch noch die dritte Fraktion, die das ganz einfach nach Lust und Laune handhabt. Ganz viel zum Thema "Taschen an Kleidungsstücken haben wir schon 2012 im Taschen-Monat-September zusammengetragen.

Rocktaschen können ein Designmerkmal sein und deswegen in ganz vielen Formen vorliegen. Die typischsten habe ich jetzt mal für euch zusammengestellt:


Nahttaschen
Diese Taschen werden in den Seitennähten eingefügt. Sie haben eine runde, abfallende Form, die zur Größe der Hand passt und immer nach unten zeigt, damit nichts herauskullert. Solche Taschen kennt eigentlich jede. Sie sind einfach zu nähen und wenn ihr einem Schnitt solche Taschen zufügen wollt, könnt ihr das Taschenschnittmuster problemlos von einem anderen Schnitt nehmen. Und wenn frau den Trick beherzigt, die Nahtzugabe auf den Taschenbeutel zu nähen, dann quillt auch nach ordentlichem Bügeln kein Wulst aus der Seitennaht.


Aufgesetzte Taschen
Aufgesetzte Taschen sind nichts anderes als ein verstürztes Stoffstück, das U-förmig angenäht wird, damit ein Beutel mit Eingriff ensteht. Verstürzen heißt nichts anderes, als dass zwei Stoffe (das, was als Tasche zu sehen sein soll und ein Taschenfutter) rechts auf rechts bis auf eine kleine Wendeöffnung zusammen genäht werden. Solche aufgesetzten Taschen sind oft rund oder eckig mit einer zurückgeklappten Ecke, so wie bei Sybilles Tutorial von letzter Woche.


Taschen mit Eingriff von oben
Diese Taschen kennt ihr z.B. von Jeans. Sie haben einen Eingriff von oben und und es gibt für den Taschenbeutel nur ein Schnittteil, das gleichzeitig ein Teil des Bundes ist bzw. oben am Bund angenäht wird. Manchmal werden solche Taschen mit kontrastierendem Stoff genäht, so dass überhalb des Eingriffs und in der Tasche ein anderer Stoff ist, als der Rest des Rockes. Die Tascheneingriffe kann frau zur Stabilisierung und/oder Verzierung mit Schrägband einfassen.


Taschen im Bahnenrock
Bahnenröcke habe ich viele (z.B. dieser Rock) und alle haben diese Taschenvariante, die mir mal eine Freundin zeigte. Um solche Taschen zu konstruieren, überlegt ihr euch, in welcher Höhe der Tascheneingriff sein soll und teilt das Schnitteil horizontal an dieser Stelle. Dann überlegt ihr euch, wie tief die Taschen sein soll und schneidet ein oberes neues Bahnenteil zu, das die Fläche oberhalb der Tasche sowie den Taschenbeutel bildet. Beide Teilbahnen werden an den Seiten verbunden, wenn die Bahnen aneinandergefügt werden und am unteren Ende der Tasche mit einer Naht geschlossen. Den Eingriff könnt ihr umklappen und feststecken oder mit Schrägband versäubern.

Das wäre es von meiner Seite aus zum Thema Taschen. Ich übergebe an Lucy, die sich mit Säumen beschäftigt.

Wie oft habe ich, Lucy, beim Nähen eines Rockes oder Kleides schon vorfreudig und voreilig gedacht: "Nur noch der Saum, dann ist es fertig!" Fast genauso oft, wie ich den Saum dann zwei- oder dreimal nähen musste, weil der Stoff seltsam abstand oder beulte, meistens weil die gewählte Saumart nicht richtig zum Stoff und zum Schnitt passte. Ich habe heute daher ein paar Beispiele für verschiedene Saumarten zusammengestellt.

Breiter, gerader Saum, zweimal eingeschlagen

Saum zweimal eingeschlagen, Blindstich - Klick aufs Foto zeigt es größer an
Wenn die Saumlinie gerade ist, kann der Saum gut 4 cm breit sein, durch den breiten Umschlag fällt der Rock schön. Bei dünnerem Stoff, so wie hier bei bedruckter Viskose, aber auch bei dünnen, nicht steifen Wollstoffen, bügelt man erst den Saumumschlag um, dann kann man die Saumzugabe oben auch noch einmal knapp einschlagen (etwa 1 cm) und den Saum entweder am Einschlag entlang feststeppen oder fast unsichtbar mit Blindstich per Hand annähen.

Beim Blindstich erfasst man auf der Rockseite immer nur einen Gewebefaden mit der Nadel, während man in die Saumseite großzügiger einstechen und den Faden ein Stück in der umgeklappten Kante mitlaufen lassen kann. Man sticht also quasi im Zickzack zwischen Saumumschlag und Rock hin- und her. Ein kurzes Video des Blindstichs findet ihr in diesem Beitrag bei Ella Mara. Es ist völlig in Ordnung, wenn man die Stiche auf der Außenseite des Rockes als eine Reihe kleiner Punkte sehen kann - solange sie gleichmäßig sind und man den Faden nicht zu stark anzieht, sieht das ordentllich aus. 

Breiter, gerader Saum, einmal eingeschlagen

Versäuberter Saum, Blindstich - Klick aufs Bild zeigt es größer an
Sobald der Stoff etwas dicker und steifer ist und sich womöglich noch schlecht bügeln lässt, ist es ungünstig, den Stoff zweimal umzuschlagen - der Saum wird wulstig und zeichnet sich gerne mal auf der Außenseite ab. Dann versäubert man am besten die Kante des Saumumschlags mit einer beliebigen Methode und näht dann knapp neben der Versäuberung den Blindstich. Ella näht im verlinkten Video oben ebenfalls einen einfach umgeschlagenen Saum an.

Gebogener Saum mit Schrägband oder Spitze, außen unsichtbar

Schmaler Saum mit Spitze oder Schrägband - Klick aufs Bild zeigt es größer an
Sobald die Saumlinie gebogen ist, kommt man mit breiten Saumumschlägen in die Bredouille: Der Umschlag wird zur Schnittkante hin breiter, der Rock nach oben enger - das resultiert in einem Stoffüberschuss, der sich beim Annähen nicht wirklich elegant unterbringen lässt. Gebogene Säume sollten deshalb schmaler sein,  etwa 1,5 cm Einschlag reicht.

Besonders einfach und schön ist es, den Saum mit Spitze oder Schrägband zu verarbeiten: Schmale Spitzenborte mit Geradstich auf die rechte Seite des Rocksaums steppen, Spitze so nach innen klappen, dass sie von außen nicht mehr zu sehen ist, und mit Blindstich von Hand annähen. Oder schmales, vorgefaltetes Schrägband rechts auf rechts in der Saumlinie ansteppen, nach innen klappen und von Hand gegensäumen.

Mit Schrägband eingefasster Saum

Saum mit Schrägband eingefasst - Klick aufs Bild zeigt es größer an
Einen zusätzlichen Farbakzent kann man mit einem mit Schrägband eingefassten Saum setzen -  ich habe natürlich nur ein Beispielbild schwarz mit schwarz. Entweder vorgefaltetes Schrägband rechts auf rechts auf den Rock steppen, um die Kante legen und die zweite Tour innen mit der Hand unsichtbar festnähen, oder zuerst auf der linken Seite ansteppen, nach außen umklappen und die zweite Runde sichtbar von rechts feststeppen.

Spitzensaum


Futterröcke mit Spitzenkante - Klick aufs Bild zeigt es größer an
Spitzenkante von links - Klick aufs Bild zeigt es größer an
Eine Spitzenkante am Rocksaum (ich mache das ab und zu bei Futterröcken) kann man so annähen: Spitzenborte knapp an der Bortenkante entlang auf der rechten Stoffseite mit Geradstich festeppen, die Nahtzugabe des Stoffes auf der linken Seite nach oben (von der Borte weg) bügeln und die Bortenansatzkante von rechts noch einmal mit einem kleinen Zickzackstich entlangkanteln. Überschüssigen Stoff auf der Rückseite bis zum Zickzack wegschneiden.

Gepfuschter Saum

Hingepfuschter Saum - Klick aufs Bild zeigt es größer an
Manchmal hilft aber gar nichts - wenn sich, wie hier, ein dicker, störrischer Stoff nicht bügeln lässt und alles regelgerecht Genähte furchtbar aussieht, dann darf man auch einfach mal den Umschlag mit Zickzack versäubern und die Saumkante knappkantig absteppen und es gut sein lassen!

Und wie sieht es bei euch aus? Details wie im Schnittmuster vorgesehen oder doch etwas ganz Eigenes? Wie sehen eure Nähfortschritte aus? Wir sehen uns am 26.6. beim Finale!



Mittwoch, 24. Februar 2016

Me Made Mittwoch am 24. Februar 2016




Hallo und herzlich Willkommen beim Me Made Mittwoch - der regelmäßigen Verlinkungsaktion für selbstgemachte Erwachsenenbekleidung an echten Menschen. Mein Name ist .meike/FrauCrafteln, ich blogge normalerweise auf crafteln.de und ich freue mich, euch heute als Gastgeberin zu begrüßen, denn:

Yeah, Yeah, Yeah, ich habe mein Weihnachtskleid fertig!

Ok, es ist Februar, aber der Winter ist noch nicht um, auch wenn an vielen Orten schon die Blumen spriessen und ich bin wirklich froh, mein muckeliges Weihnachtskleid aus Winterjersey fertig genäht zu haben.




Einige von Euch mögen sich wundern, wieso ich dauernd von "Weihnachtskleid" rede. Nun, auf dem Me Made Mittwoch-Blog ist es seit einigen Jahren eine wunderbare Tradition, gemeinsam Weihnachtskleider zu nähen. In Form eines Sew Alongs, also einer gemeinsamen Näh-Aktion, in der jede Teilnehmerin für sich zu bestimmten Meilensteinen ihre Fortschritte zeigt und alle sich schließlich an Weihnachten über ein neues Kleid freuen. Ja, solche Sew Alongs sind eine super Sache. Gerade der Weihnachtskleid-Sew-Along ist deswegen so eine liebgewonnene Tradition, weil ganz viele Hobbynäherin dadurch motiviert werden, überhaupt ihr allererstes Kleid für sich zu nähen. Das ist toll.



Sew Along sind eine großartige Motivation, Dinge auszuprobieren, an die sich die Einzelne alleine nicht herantrauen würde und eine tolle Wissenssammlung. Aber manchmal können sie auch zur Last werden, wenn es mich als Teilnehmerin zeitlich an meine Grenzen bringt, ich einfach aussteigen und abbrechen muß, weil ich es partout nicht schaffe, im vorgegebenen Zeitrahmen das erträumte Kleidungsstück fertig zu stellen. Das fühlt sich doof an. Deswegen wollte ich 2015 kein Weihnachtskleid in der Gruppe nähen. Doch je mehr Sew Along-Beiträge ich las, um so mehr kribbelte es mich in den Fingern, auch ein Weihnachtskleid2015 zu besitzen. Kurz entschlossen nahm ich den Jersey aus dem Regal, dachte etwas länger über das Schnittmuster nach, schnitt zu, nähte und hätte fast.... ja fast.... zu Weihnachten ein neues Kleid gehabt. Wenn ich denn noch Zeit für die Säume gehabt hätte!

Und dann lag das Ding nach Weihnachten herum und war irgendwie nicht attraktiv genug, fertig gemacht zu werden. Ich bereute meine Schnittmusterwahl. Ich hatte mich für mein bewährtes Schnittmuster "Ajaccio" entschieden, nach dem ich schon vermutlich 12 oft getragene Kleider genäht habe. Aber irgendwie hatte ich das Gefühl, dass dieser groß gemusterte Jersey besser ein geraderes Schnittmuster verdient hätte. Letzte Woche nahm ich es mir aber vor, säumte es nur mäßig motiviert.




Immer diese schwierigen Entscheidungen. Einen Handsaum nähen oder einen Maschinenstich auswählen? Und wenn ja welchen? Bei Jerseykleidern wähle ich meist einen Maschinenstich und dieses Mal habe ich mich für die Wellen entschieden.



Doch dann zog ich es an - und jetzt ziehe ich es gar nicht mehr aus! Ich finde es super! Auch wenn das im Stoff enthaltene beige so ganz und gar nicht meine Farbe ist. Das Smaragdgrün betört mich und macht mich einfach glücklich.

Schnittmuster: Ajaccio von der Schnittquelle
Stoff: Woll?-Viskose?-Plastik?-Jersey vom Maybachufer
Änderungen: Oberteil mit einer FBA vergrößert, eigene Ärmel




Wie ist das mit euch und den Sew Alongs? Motivation oder/und Last? Ich bin sicher, wir werden heute beim Me Made Mittwoch wieder ganz viele Kleidungsstücke sehen, die durch einen Sew Along inspiriert wurden. Das ist toll, deswegen, bei aller Last und schlechter Laune, die eine versemmelte Sew Along-Teilnahme manchmal bereitet: Sew Alongs sind toll und wenn wir es mal nicht schaffen, einen durchzuhalten, dann lohnt es, ein paar Wochen später über den eigenen Schatten zu springen und das begonnene Kleidungsstück fertig zu stellen. So wie mein Weihnachtskleid2015 oder soll ich es vorsorglich lieber Weihnachtskleid2016 nennen?




Mittwoch, 28. Oktober 2015

Me Made Mittwoch am 28. Oktober 2015



Die FrauCrafteln, jetzt zeigt sie nen Wickelkleid! Als hätte es nicht den schicken Gastbeitrag von Ella  Mara letzte Woche hier beim MMM gegeben und als hätte sie niemals beim Me Made Mittwoch Wickelkleid-Spezial behauptet, mit Wickelkleidern wäre sie durch. Tststs.


****Apropos Motto und Spezial: Am nächsten Mittwoch, den 4.11., haben wir einen MMM zum Thema "Jeans" geplant. Wenn ihr also was passendes Selbstgeschneidertes im Schank habt oder schon immer mal Eure Lieblingsjeans nachnähen wolltet, das ist die Gelegenheit, es zu zeigen. Auch Kleider, Röcke und Hemden können aus Jeansstoff sein oder was Euch noch so einfällt, solange es sich um Kleidung handelt. 

Natürlich dürft ihr Euch auch wie gewohnt in dem, was ihr sonst an für euch Selbstgenähtem zeigen und in die Linkliste eintragen! ****





Noch mal von vorne. Hallo und herzliche Willkommen zum Me Made Mittwoch, dem virtuellen Laufsteg zahlreicher Hobbynäherinnen in selbstgemachter Kleidung. Mein Name ist Meike und ich blogge auf crafteln.de.

Darauf gekommen, ein Wickelkleid zu nähen bin ich, als ich entdeckte, dass es eine neue Schnittfirma für Plus Size Schnitte gib. Das machte mich natürlich neugierig und da es von Cashmerette Patterns bisher nur einen einzigen Schnitt - das Appleton Dress -gibt, probierte ich eben dieses. Ab gesehen davon, dass ich manchmal einfach nur froh bin, meinen Schnitt nicht selbst zu vergrößeren, finde ich die Hintergedanken zur Schnittentwicklung extrem spannend. Davon zu Lesen überzeugte mich, es trotz Skepsis gegenüber Wickelkleidern, eines zu nähen.




Vor dem Nähen hatte ich die bahnbrechende Erkenntnis, dass es einfach unglaublich einfach ist, PDF-Schnittmuster ausdrucken (plotten) zu lassen, statt sie mühsam als DIN A 4 Blätter zusammen zu kleben. Nicht nur mich begeisterte diese Erkenntnis, zahlreiche Blogleserinnen auch und ganz bestimmt auch den Plotterservice, den ich verlinkt hatte. Aber was solls, Hauptsache, alle sind glücklich. Ich kann das Plotten wirklich nur empfehlen! Binnen 24 Stunden hatte ich einen Papierschnitt in der Hand, für den ich bei der Übersendung aus Amerika nicht nur länger warten, sondern auch mindestens so viel Versand hätte zahlen müssen.



Vor dem Zuschnitt hatte ich Schwierigkeiten, meine Größe zu bestimmen. Das ist bei ungewöhnlichen Größensystemen ja gerne mal so. Aber ein freundlicher Mailwechsel mit Jenny von Cashmerette brachte Klarheit und ich entschied mich für die kleinere Cupgröße und größere Kleidungsgröße, um an der Taille genügend Platz im Kleid zu haben und oben rum nicht unbedingt alles offen zu legen. Was soll ich sagen: das Kleid passt super! Ich wusste gar nicht, wie gut es sich anfühlen kann, ein passendes Wickelkleid zu tragen! Bisher kannte ich nur mühsames Gezuppel und das Gefühl, immer halb nackt dazustehen. Ich freue mich sehr, dass das beim Appleton Dress nicht der Fall ist!




Genäht habe ich es erstmal aus einem günstigen Jersey (vom Maybach Ufer), von dem ich ärgerlicherweise auch noch 50 cm zu wenig hatte; deswegen sind nun die Bindebänder gestückelt, aber das sieht man nicht. Mir gefällt mein Kleid, dessen Muster mich an Silvester erinnert und ich fühle mich, als hätte es mir Dianne von Fürstenberg persönlich auf den Leib geschneidert.



Und was tragt ihr heute? Ein Lieblingsstück oder einen Neuzugang im Kleiderschrank, an den ihr euch erst noch gewöhnen müsst? Ich bin gespannt!



Mittwoch, 15. Juli 2015

MMM am 15.7.2015



Hallo, herzlich willkommen beim Me Made Mittwoch, dem wöchentlichen Treff stolzer Näherinnen, die ihre für sich selbstgemachte Kleidung am echten Menschen präsentieren. Mein Name ist .meike und ich blogge sonst auf crafteln.de.

Das Kleid, das ich euch heute zeige, machte leider überhaupt keinen Spaß beim Nähen und ist weit davon entfernt, ein Meisterstück zu sein! Aber auch solche Sachen dürfen beim Me Made Mittwoch gesagt und gezeigt werden. Nicht jedes Nähwerk ist sofort ein Treffer! Ich nenne es einfach "Probekleid", werde es tragen und das nächste, nach dem gleichen Schnittmuster einfach noch etwas besser machen!

Ich wollte unbedingt ein luftiges Kleid, aus weicher Viskose. Das ist zwar eine hübsche Idee, aber nicht leicht, umzusetzen. Viskose ist eine künstliche erzeugte Faser, aus natürlichem Material - wenn ich das richtig verstanden habe, aus Baumrinde. Stoffe, die aus Viskose sind oder Viskose enthalten, fließen schön, fühlen sich schön an und umschmeicheln den Körper (so, dass jedes Röllchen sichtbar ist, wenn es zu eng wird). Allerdings können sie auch sehr flutschig sein, bzw sich fürchterlich verziehen, wenn frau sie nur schräg anschaut. Und so war es dann auch.



Obwohl ich jetzt schon ein paar Jahre nähe, empfand ich den Zuschnitt und das Nähen gewebter Viskose durchaus als Herausforderung. Als ich die vier Schnitteile für das Taillenband zugeschnitten hatte, hatten sie sich so verzogen, dass sich auch die Paare, die identisch sein sollten, komplett Freestyle waren. Nun ja. Am Herstellen des Schrägbandes aus dem grünen Viskosestoff bin ich schlichtweg gescheitert. Deswegen nähte ich das buntkarierte Baumwallschrägband an, was zwar ganz gut aussieht, aber sich nur mittelgut anfühlt, weil das Schrägband härter ist, als der grüne Stoff. Das Schrägband hatte ich ganz am Anfang meiner Nähkarriere gekauft und ich war froh, dass ich endlich eine Verwendungsmöglichkeit dafür gefunden hatte. Ihr kennt sicherlich das Problem der gut gefüllten Lager...





Dafür, dass ich das Kleid zwischendurch wegwerfen wollte, ist es noch ganz gut geworden. Irgendwann habe ich es einfach nur noch schnell zusammen genäht, damit das elendliche Geflusel auf hört, denn diese gewebte Viskose löste sich quasi beim Zusehen auf, so lange sie nicht versäubert war. Aus großer Nähunlust, habe ich das Taillenband auch nicht wie in der Anleitung vorgesehen ohne sichtbare innere Nähte eingenäht, aber die Nähte innen stören mich nicht. (--> Innenansicht)





Mein Kleid sitzt ok, fange ich aber an, die Arme zu heben, dann sollte ich daran denken, hinten mal zu zuppeln, denn sonst sieht es so aus. Nun ja.




Aber von vorne finde ich es ganz gelungen, auch wenn es definitiv nicht mein schönstes oder vorteilhaftestes Kleid ist, fühlt es sich doch sensationell schön an. Ich freue mich schon darauf, wenn es wieder richtig heiß wird, denn ich glaube, dann ist das Kleid ideal, weil weich, luftig und an den richtigen Stellen genügend Stoff, aber eben auch nicht zu viel.


Das Schnittmuster Dahlia finde ich nett. Besonders klasse finde ich, dass es dieses Schnittmuster in den Größen 0 - 26 gibt! Es ist schnell genäht und was mir besonders gefällt ist, dass es möglich ist, den Ausschnitt am fast fertigen Kleid so einzukräuseln, dass der Ausschnitt genau die richtige Größe hat. Ich kräuselte zusätzlich das Rückenteil am Halsausschnitt, um dort Weite herauszunehmen. Die Ärmel nahm ich von der ersten Version und kürzte sie, doch das Rockteil nahm ich von der zweiten Schnittmustervariante. Sollte ich ein weiteres Kleid nach dem Schnittmuster nähen, dann verlängere ich das Vorderteil, nehme Weite am Rücken weg und sorge irgendwie dafür, dass das Taillenband so ist, wie es sein soll.




Jetzt seid ihr dran. Werde ich noch mehr Kleidungsstücke aus divenhafter, aber luftigschmeichelnder Viskose entdecken auf dem illustren Laufsteg der selbstgenähten Kleidungsstücke? Ich bin gespannt!



Mittwoch, 28. Januar 2015

Me Made Mittwoch am 28.01.2015


Hallo und herzlich willkommen beim Me Made Mittwoch, dem wöchentlichen Laufsteg selbstgemachter Erwachsenenbekleidung an echten Menschen.

Mein Name ist .meike oder auch @FrauCrafteln und ich blogge normalerweise auf crafteln.de.

Der Fluch des schönsten Kleides

Das ist mein "Weihnachtskleid" mit vier Wochen Verspätung. Endlich habe ich es an, obwohl es eigentlich dem "Fluch des schönsten Kleides" erlegen war. Was ist passiert? Vor Weihnachten das übliche: Jahresendzeitstimmung und viel Trubel. Da wollte ich ein Weihnachtskleid nach bewährtem Schnitt nähen. Immerhin hatte ich nach diesem Schnitt im Jahr 2014 (Knip Mode 11/2009) schon vier Kleider genäht, die ich sehr mag. Da dieser Karostoff ein Streichelschätzchen ist, den ich zwei Jahre gelang gehütet habe, war das theoretisch ein guter Plan.

Melleni, von talentfreischön hat daraus vor zwei Jahren ein Kleid genäht und mailte beim Nähen "das wird mein SCHÖNSTES Kleid" - wir waren gespannt. Ich war hellauf begeistert aber sie wurde nicht recht warm mit ihrem Kleid. Ha, dachte ich, das kann mir nicht passieren: bewährter Schnitt, lang geplantes Projekt, das wird MEIN SCHÖNSTES KLEID. Damit es auch wirklich das ALLERSCHÖNSTE wird, habe ich noch ein klitzekleinesbißchen am Schnitt optimiert herumgebastelt. Tja und was dann passierte, war irgendwie absehbar. Ich gab mir alle Mühe beim Zuschnitt der Karos, ich nähte glückseelig im Wissen, dass dies mein schönstes Kleid werden würde, probierte es an und war geschockt. Die Abnäher im Vorderteil stimmten gar nicht mehr und endeten AUF den Brüsten. Einen ganzen Abend änderte ich, trennte ich, nähte neu. Es gelang mir einfach nicht, dabei war auch mittlerweile schon Silvester vorbei. Ich warf das Kleid in die Ecke und war traurig.

Dank guter Vorsätze gibt es ein Happy End mit uns beiden

Die Energie der guten Vorsätze am Jahresanfang nutzend, widmete ich mich erneut dem schönen Stoff. Letzte Woche raffte ich mich auf, am offenen Herzen zu operieren. Ich trennte das Vorderteil vom Taillenband, zog das Kleid auf links an, steckte und nähte die Abnäher neu. Sie sind immer noch nicht perfekt. Irgendwie habe ich wohl einen Denkfehler im selbstgebastelten und veränderten Schnitt. Doch das Kleid ist gerettet. So, kann ich es anziehen.




Schnitt: Knip Mode 09/2011 - besser bekannt als Frau-Kirsche-Kleid oder Paspelkleid. Ich weiß, das Heft ist vergriffen und es tut mir leid, euch etwas zu zeigen, für das der Schnitt nicht erhältlich ist. Aber es gibt ähnliche Schnitte! Haltet einfach nach Schnitten mit Taillenband Ausschau, denn das zaubern den Effekt.
Änderung: zwei Kellerfalten vorne und hinten statt angekräuseltem Rockteil, Ausschnitt vergrößert. Schnitt auf Grundschnitt angepasst, d.h. um 4 Größenvergrößert und Zwei-Naht-Ärmel nach eigenem Schnitt.
Stoff: Viskose-Woll-Plastikmischung vom Maybach Ufer alles im schrägen Fadenlauf zugeschnitten

Ordentlich Säumen bisher versäumt

Weil es nun absolut nicht mein schönstes Kleid geworden ist, unsere Liebe wurde schließlich auf eine harte Probe gestellt, habe ich entgegen meines Vorsatzes, einen Handsaum zu üben, das Kleid am Rocksaum doch mit Schrägband verstürzt. Die Liebe reichte nicht für meterweise Handnähen. Diese "unsichtbare Schrägbandsaummethode" mag ich ganz gerne, weil der Saum etwas schwerer wird und das Kleid dadurch schön fällt. Normalerweise nehme ich dann gerne auch noch eine verrückte Farbe, um einen kleinen Hingucker zu haben, von dem nur ich weiß, aber bei abgekühlter Liebe gab es nur noch schwarz. An den Ärmeln habe ich mich im Handsäumen geübt und finde das Ergebnis ganz entzückend.



Nähen und Bloggen gehören einfach zusammen. Kaum hatte ich das mit dem Handsäumen gebloggt, wurde ich dezent darauf hingewiesen ermuntert, doch alles richtig zu säumen und das tat ich dann auch an zwei Abenden und nähte brav das Schrägband fast unsichtbar mit der Hand fest. Und ich muss sagen, die intensive Beschäftigung mit Saum und Kleid hat unser Zusammengehörigkeitsgefühl doch bestärkt.

Auch wenn das Kleid nun nicht mein allerschönstes Kleid geworden ist, bin ich froh, dass ich es fertig gemacht habe und auch stolz darauf, mich im Handsäumen versucht zu haben. Wenn ich es mir so anschaue, dann ist es ein sehr schönes Alltags-Winter-Kleid geworden und so etwas kann ich eigentlich viel besser gebrauchen, als ein Allerschönstes-Festtagskleid. Wie man sieht, funktioniert es auch ohne Petticoat aber mit warmer Kauf-Strickjacke. Auch wenn die Jackenlänge nicht optimal ist, so trage ich es heute, weil die Jacke so schön warm ist.

Apropos Strickjacke: habt ihr gesehen, dass es dieses Jahr wieder einen Frühlingsjäckchen Knit Along hier auf dem Me Made Mitwoch Blog gibt? #FJKA2015



Und ihr so? Lieblingsstück oder Alltagsoutfit? Hose, Rock, Jacke, Kleid? Egal, Hauptsache selbstgemacht!