Willkommen zum dritten Teil unseres Kostüm Sew-Along. Inzwischen sollten laut Zeitplan die Jacketts von Außen soweit fertig und mit Schulterpolstern bestückt sein. Heute kümmern wir uns um das Innenfutter und die Knopflöcher - jetzt ist es nur noch ein klitzekleines Wegstück, bis ihr euer fertiges Jackett in den Händen haltet!
Solltet ihr noch nicht soweit sein, nicht verzagen - zeigt uns doch trotzdem euren Stand der Dinge, das gibt Elan und Ansporn, an dem Jackett weiterzunähen. Wir präsentieren ja erst in 4 Wochen, bis dahin ist noch viel Zeit. Vielleicht schiebt ihr auch einfach schon mal den Rock dazwischen, das ist ein gutes Erfolgserlebnis für Zwischendurch!
Mein Jackett (falls ihr auf Abwechslung durch ander MMM-Crewmitglieder wartet, muss ich euch enttäuschen: Ich bin`s immer noch,
Catherine von Allures-und Couture - genau, ich leite den Sew Along einfach mal von A bis Zet ohne die anderen) sah vor zwei Wochen so aus. Eigentlich nähe ich ja zwei Kostüme, aber ich habe nur an diesem weitergearbeitet, das andere wird nicht gefüttert und ist damit für unser heutiges Treffen uninteressant.
Ich habe nach dem letzten #KSA Treffen die Innenbelege angenäht und so mittelmäßige Paspelknopflöcher gemacht. In Paspelknopflöchern war ich noch nie sonderlich gut und ich habe mir vorgenommen, jetzt so lange ganz oft welche zu machen, bis sie ein bisschen regelmäßiger werden. Paspelknopflöcher müssen vor dem Füttern gemacht werden, weil sie am Außenstoff und am Beleg gemacht werden. Es sind also eigentlich (in meinem Fall) nicht drei, sondern sechs Knoflöcher. Die inneren habe ich aber einfach verstützt, damit der dicke Stoff an der Stelle nicht wulstig wird.
Ich finde die
Anleitung von Sewing Galaxy sehr toll, probiert sie mal aus (Danke liebe SG!) Ich habe mir nach ihrem Tutorial eine Schablone gemacht, musste aber feststellen, dass mein Stoff zu dick für diese Methode ist. Aber ich hab die Schablone mit anderem Stoff getestet und die Methode funktioniert wirklich sehr gut und einfach.
Letztlich habe ich meine Knopflöcher doch durch Anzeichnen und rumtrennen und nochmal nähen fertig gemacht. So sieht es von innen aus. Mein Stoff fasert stark aus, deshalb habe ich am Oberstoff ein bisschen Einlage aufgebügelt. Die Zugaben habe ich vor dem Wenden natürlich noch zurückgeschnitten.
Noch mal en Detail, das Viereck ist schon gleichmäßig, aber die Paspelbreite ist nicht gleich. Ich habe aber aufgrund der Stoffstruktur darauf verzichtet, das Ganze noch mal aufzutrennen, das wird dadurch nicht unbedingt schöner.
Die Knopflöcher sind fertig und bei meinem Schnitt sind auch im Futterteile die unteren Schnitteile aus Oberstoff (beim Suit Jackett auch) das ist einfacher zu füttern, weil das Futter ruhig ein bisschen größer ausfallen darf, ohne dass es unten hervorblitzt.
Hier ist jetzt das Futter zusammengenäht, bei diesem Schnitt identisch zum Oberstoff, also mit sehr vielen Schnitteilen. Die Nähte schön ausbügeln, damit es sich gut anschmiegt! Leider ist das Licht nicht so gut, ich habe diesen Teil abends genäht.
An einem Ärmel wird ein Stück der Naht offen gelassen, dadurch wird das Jackett nach dem Futter einnähen gewendet.
Wichtig ist auch die Bewegungsfalte am Rücken. Ich fixiere sie zum Einnähen immer noch mit ein paar Stichen etwas unterhalb der eigentlichen Nahtlinie, weil sich Futter so schnell verzieht. Die Naht trenne ich dann am Ende einfach wieder auf.
Jetzt wird das Futter rechts auf rechts auf den Jackettkorpus genäht, das sieht dann so aus:
Am Besten wendet ihr jetzt noch mal durch den Ärmel und testet die Passform. Das Futter darf nicht spannen (leichter gesagt als getan, ich musste noch nachbessern).
Wenn es gut passt, könnt ihr die Ärmel füttern. Ihr dreht das Jackett auf links, so wie oben. Dann sollten sich Stoffärmel und Futterärmel gegenüberliegen, als würden sie sich gleich guten Tag sagen.
Jetzt wird der Futterärmel umgeschlagen. Er sollte übrigens ein bisschen - nicht zu viel - kürzer sein, als der Stoffärmel, dann schiebt sich nach dem Wenden die Nahtzugabe schön nach Innen.
Das umgestülpte Futter wird jetzt rechts auf rechts in den Ärmel eingenäht. Wenn das Futter ein bisschen weiter ist, als der Ärmel könnt ihr einfach das Futter leicht einhalten. Schlecht ist nur, wenn der Oberstoff enger ist als das Futter.
Euer Jackett sieht jetzt so aus:
Noch mal die Ärmel.
Jetzt die Nahtzugaben etwas zurückschneiden und durch das Loch im Ärmelfutter das Jackett auf rechts wenden.
Euer schönes Jackett sieht in diesem Moment aus wie eine prall gestopfte Wurst.
Aber schon eine Minute später ist aus eurer Wurst ein wunderschöner Schmetterling geworden!
Jetzt bügelt ihr das Jackett ordentlich aus, steppt ab, was abzusteppen ist und näht die Knöpfe an. Voilá! Ihr habt ein Jackett! Herzlichen Glückwunsch!!
Meins zeige ich natürlich noch nicht, das spar ich noch fürs große Defilee auf, aber ich kann schon mal sagen, ich finde es nicht übel.
Wir weit, zufrieden oder fertig (so oder so) ihr seid, teilt es mit uns!