Posts mit dem Label Kostüm Sew-Along werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Kostüm Sew-Along werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Sonntag, 3. November 2013

Kostüm Sew-Along: Finale!!!


Meine lieben KSA-Näherinne, ich bin stolz auf euch!! Egal, ob ihr heute ein fertiges Kostüm zeigt, oder nicht. Ihr habt euch an ein ganz schön ambitioniertes Projekt gewagt und - so hoffe ich zumindest - viel gelernt und jetzt ein schönes handgeschneidertes, passendes Kostüm. Ein dreifaches Hoch auf euch alle!!!

Meine Kostüme sind fertig geworden und ich bin sehr zufrieden mit ihnen. Das erste ist das 60er Jahre Kostüm. Eigentlich sind die 60er nicht so mein Jahrzehnt, aber die taillierte Jacke mit dem extravaganten Kragen schien mir noch einen 60er-Versuch wert zu sein.



 Dies Kostüm war während des Sew-Along das ungeliebtere Projekt und lag sehr lange als halbfertiger Stapel herum. Kein Wunder, denn ohne Futter und Schulterpolster gab es zu unseren gemeinsamen Terminen auch gar nicht so viel zu berichten. Erst in der letzten Woche habe ich konzentriert daran weitergenäht - und jetzt ist es doch noch mein heimlicher Favorit geworden. Vor allem natürlich kombiniert mit meinem kleinen gelben Hut, den musste ich mir einfach dazu kaufen, er lag in einem Schaufenster und sagte ganz leise und etwas weinerlich "Mama" zu mir - da hatte ich natürlich gar keine Wahl, das arme Ding.


Am schmalen Rock habe ich erstmals die Nähtechnik Diorfalte ausprobiert - ganz erstaunlich, wie viel Beinfreiheit so gewonnen werden kann! Lediglich die Rundung ist etwas zu großzügig ausgefallen, mal sehen, ob ich das noch mal auftrenne.


Und ein bisschen schade ist es, dass unser Finale im trüben Novemberlicht stattfindet, aber auf diesem Bild erkennt man den sattlila Farbton des Stoffes ganz gut.


Und hier ist Kostüm Nummer zwei, ein Schnitt meines Lieblingslabels Vogue.



Leider mit einem kleinen Schönheitsfehler: Ich habe den falschen Rock dazu an. Der Stoff ist zwar der Richtige, aber dieser Beignet (Collette Patterns) war eigentlich eine Resteverwertung. Der eigentliche Rock ist das Rockteil aus dem Kleid, das zum Schnittmuster dazu gehört. Ich fand ihn zu kurz und wollte daher den Saum mit einem Schrägband versäubern. Aber die Lieferung des Schrägbandes klappt nicht, das arme Band fährt anscheinend seit Tagen mit dem Paketdienst spazieren.  Deshalb heute ein Bild mit dem nicht ganz richtigen Rock.



Das Jackett näht sich sehr gut und sitzt auch gut, davon mache ich sicher noch mal eins.


Und jetzt zu euch!! Ich bin schon so gespannt und freu mich sehr auf eure Ergebnisse! Danke fürs Mitmachen!


Sonntag, 20. Oktober 2013

Kostüm Sew Along: Teil 4

Guten Tag zum vierten Teil des Kostüm Sew Alongs! Heute schreibe ich, .meike, einmal ausnahmsweise für Catherine den Sew Along Beitrag, denn das Leben ist manchmal tückisch und Catherine fehlte in den letzten Tagen einfach die benötigten ruhigen Minuten dafür. Natürlich kann ich nicht das genau das bieten, das Catherine für diesen Termin bereits im Kopf herumspukte, was konzeptionell vorgesehen war bzw. auf Bildern ihrer Kamera bereits festgehalten ist. Wie die Jungfrau zum Kinde, bin ich heute zur Vertretung gekommen - denn glücklicherweise arbeitet die Me Made Mittwoch Crew als Team - und improvisiere mal frei von der Leber weg.

"Am 20. Oktober kümmern wir uns um den Rock (oder die Hose) und sind froh, dass wir das Schwierigste bereits hinter uns gelassen haben. Der Rock ist im Vergleich zum Jackett schließlich nur noch ein Klacks!"

Ein paar der KSA-Beiträge habe ich mir schon angeschaut und ich hatte den Eindruck, dass es tatsächlich für viele sehr erleichternd ist, sich nun gedanklich oder auch schon konkret dem Begleiter für das Jäckchen widmen zu können. Ich war erstaunt, schon einige fertige Röcke zu sehen, weniger erstaunt, dass an vielen Jacketts zwar fleissig weiter gearbeitet wurde, aber die Vollendung noch nicht vollbracht ist. So ein Jackett ist schon ein Ding!

Kommen wir zum Rock bzw. wahlweise zur Hose oder zum Kleid untendrunter


Mich würde interessieren, warum ihr euch für einen bestimmen Schnitt entschieden habt. Seht ihr den Rock (bzw ihr wisst schon) als stummen Begleiter, als stillen Unterstützer, als wärmendes für unten oder hat der Rock (bzw. ihr wisst schon) eine gleichwertige Funktion oder spielt sogar die Hauptrolle im Kostüm? Was waren eure Argumente für die Schnittwahl? Sollte nach dem Kraftakt ein einfacheres Erfolgserlebnis her? Spielte die Sihlouette für die Wahl eine Rolle? Habt ihr gemäß den Eigenschaften des Stoffes entschieden oder speziell die Jahreszeit berücksichtig?

Und seid ihr zufrieden?

Oder habt ihr schon wieder den Finger auf dem Bestellbutton, weil ihr bei anderen KSA-Teilnehmerinnen den Schnitt gefunden habt, der perfekt zu eurem Jäckchen passen würde?

Gab es Probleme? Beim Nähen, mit der Passform? Wo können wir behilflich sein?

Jetzt seid ihr dran. Ich bin schon sehr gespannt zu sehen, wie weit ihr mit eurem Kostüm gekommen seid und ich bin verdammt stolz auf alle KSA-Teilnehmerinnen, die sich mutig in das wirklich nicht kleine Projekt stürzten und gleichzeitig gemeinsam und jede für sich (sic!) ein wirklich tolles Projekt verwirklichen.

Vorhang auf!




Sonntag, 6. Oktober 2013

Kostüm Sew-Along Teil 3


 Willkommen zum dritten Teil unseres Kostüm Sew-Along. Inzwischen sollten laut Zeitplan die Jacketts von Außen soweit fertig und mit Schulterpolstern bestückt sein. Heute kümmern wir uns um das Innenfutter und die Knopflöcher - jetzt ist es nur noch ein klitzekleines Wegstück, bis ihr euer fertiges Jackett in den Händen haltet!

Solltet ihr noch nicht soweit sein, nicht verzagen - zeigt uns doch trotzdem euren Stand der Dinge, das gibt Elan und Ansporn, an dem Jackett weiterzunähen. Wir präsentieren ja erst in 4 Wochen, bis dahin ist noch viel Zeit. Vielleicht schiebt ihr auch einfach schon mal den Rock dazwischen, das ist ein gutes Erfolgserlebnis für Zwischendurch!

Mein Jackett (falls ihr auf Abwechslung durch ander MMM-Crewmitglieder wartet, muss ich euch enttäuschen: Ich bin`s immer noch, Catherine von Allures-und Couture - genau, ich leite den Sew Along einfach mal von A bis Zet ohne die anderen) sah vor zwei Wochen so aus. Eigentlich nähe ich ja zwei Kostüme, aber ich habe nur an diesem weitergearbeitet, das andere wird nicht gefüttert und ist damit für unser heutiges Treffen uninteressant.


Ich habe nach dem letzten #KSA Treffen die Innenbelege angenäht und so mittelmäßige Paspelknopflöcher gemacht. In Paspelknopflöchern war ich noch nie sonderlich gut und ich habe mir vorgenommen, jetzt so lange ganz oft welche zu machen, bis sie ein bisschen regelmäßiger werden.  Paspelknopflöcher müssen vor dem Füttern gemacht werden, weil sie am Außenstoff und am Beleg gemacht werden. Es sind also eigentlich (in meinem Fall) nicht drei, sondern sechs Knoflöcher. Die inneren habe ich aber einfach verstützt, damit der dicke Stoff an der Stelle nicht wulstig wird.

Ich finde die Anleitung von Sewing Galaxy sehr toll, probiert sie mal aus (Danke liebe SG!) Ich habe mir nach ihrem Tutorial eine Schablone gemacht, musste aber feststellen, dass mein Stoff zu dick für diese Methode ist. Aber ich hab die Schablone mit anderem Stoff getestet und die Methode funktioniert wirklich sehr gut und einfach.


Letztlich habe ich meine Knopflöcher doch durch Anzeichnen und rumtrennen und nochmal nähen fertig gemacht. So sieht es von innen aus. Mein Stoff fasert stark aus, deshalb habe ich am Oberstoff ein bisschen Einlage aufgebügelt. Die Zugaben habe ich vor dem Wenden natürlich noch zurückgeschnitten.


Noch mal en Detail, das Viereck ist schon gleichmäßig, aber die Paspelbreite ist nicht gleich. Ich habe aber aufgrund der Stoffstruktur darauf verzichtet, das Ganze noch mal aufzutrennen, das wird dadurch nicht unbedingt schöner.


Die Knopflöcher sind fertig und bei meinem Schnitt sind auch im Futterteile die unteren Schnitteile aus Oberstoff (beim Suit Jackett auch) das ist einfacher zu füttern, weil das Futter ruhig ein bisschen größer ausfallen darf, ohne dass es unten hervorblitzt.

Hier ist jetzt das Futter zusammengenäht, bei diesem Schnitt identisch zum Oberstoff, also mit sehr vielen Schnitteilen. Die Nähte schön ausbügeln, damit es sich gut anschmiegt! Leider ist das Licht nicht so gut, ich habe diesen Teil abends genäht.


An einem Ärmel wird ein Stück der Naht offen gelassen, dadurch wird das Jackett nach dem Futter einnähen gewendet.

Wichtig ist auch die Bewegungsfalte am Rücken. Ich fixiere sie zum Einnähen immer noch mit ein paar Stichen etwas unterhalb der eigentlichen Nahtlinie, weil sich Futter so schnell verzieht. Die Naht trenne ich dann am Ende einfach wieder auf.

Jetzt wird das Futter rechts auf rechts auf den Jackettkorpus genäht, das sieht dann so aus:

Am Besten wendet ihr jetzt noch mal durch den Ärmel und testet die Passform. Das Futter darf nicht spannen (leichter gesagt als getan, ich musste noch nachbessern).

Wenn es gut passt, könnt ihr die Ärmel füttern. Ihr dreht das Jackett auf links, so wie oben. Dann sollten sich Stoffärmel und Futterärmel gegenüberliegen, als würden sie sich gleich guten Tag sagen.


Jetzt wird der Futterärmel umgeschlagen. Er sollte übrigens ein bisschen - nicht zu viel - kürzer sein, als der Stoffärmel, dann schiebt sich nach dem Wenden die Nahtzugabe schön nach Innen.


 Das umgestülpte Futter wird jetzt rechts auf rechts in den Ärmel eingenäht. Wenn das Futter ein bisschen weiter ist, als der Ärmel könnt ihr einfach das Futter leicht einhalten. Schlecht ist nur, wenn der Oberstoff enger ist als das Futter.

Euer Jackett sieht jetzt so aus:


Noch mal die Ärmel.


 Jetzt die Nahtzugaben etwas zurückschneiden und durch das Loch im Ärmelfutter das Jackett auf rechts wenden.


Euer schönes Jackett sieht in diesem Moment aus wie eine prall gestopfte Wurst.


Aber schon eine Minute später ist aus eurer Wurst ein wunderschöner Schmetterling geworden!

Jetzt bügelt ihr das Jackett ordentlich aus, steppt ab, was abzusteppen ist und näht die Knöpfe an. Voilá! Ihr habt ein Jackett! Herzlichen Glückwunsch!!
Meins zeige ich natürlich noch nicht, das spar ich noch fürs große Defilee auf, aber ich kann schon mal sagen, ich finde es nicht übel.

Wir weit, zufrieden oder fertig (so oder so) ihr seid, teilt es mit uns!


Sonntag, 22. September 2013

Kostüm Sew-Along Teil 2:



Willkommen zum 2. Teil unseres Sew Along! Ich habe mich inzwischen für ein Modell entschieden, ich nähe diesen Schnitt aus einem sehr weichen violetten Wollstoff.


Beides ist aus meinen Vorräten, so wie ich es mir vorgenommen hatte. Ganz leicht ist mir die Entscheidung nicht gefallen, nachdem ich die wunderschönen und vielfältigen Ideen in euren Blogs gesehen habe! Geht es euch auch so, dass gerade bei Sew-Alongs die Kirschen (resp. die Schnitte und Stoffe) in Nachbars Garten immer viel süßer aussehen, als die eigenen? Gerade wenn ich Sew-Along-Gastgeberin bin fremdel ich eigentlich immer zwischendrin mit den von mir gewählten Modellen. Auf dieses Kostüm bin ich schon sehr gespannt, denn die 60er sind eigentlich ein Jahrzehnt, das mir nicht so gut steht. Aber die Silhouette könnte in diesem Falll doch ganz schön aussehen. Welchen Rock ich mache, entscheide ich, wenn das Jackett fertig ist, ich liebäugel ein bisschen mit der schmalen Variante.

Was steht diesmal auf unserem #KSA Programm?  Der Plan sagt: "Heute lenken wir uns mit dem Zwischenstand zu unseren Jacketts von der Bundestagswahlanspannung ab! Wir besprechen knifflige Detailfragen und gucken uns die Passform an. Außerdem setzen wir die Schulterpolster ein."
Aha und soso. Ich habe beim Zuschnitt meines Jacketts festgestellt, dass es sich um ein ungefüttertes Jackett handelt. Im Prinzip kann man in so einem Fall einfach selbst ein Futter  zuschneiden und einpassen, das habe ich auch schon mehrfach so gemacht. Dies Jackett hat kleine Schlitze im Vorderteil, selbst das kann man z.B. durch Faltenböden lösen. Ich habe aber beschlossen, nicht zu füttern, der Stoff ist auch so schon sehr warm und dick. Das ist der Zwischenstand, sieht ziemlich langweilig aus. Aber der Clou ist ja der Ausschnitt, und mit dem habe ich noch nicht angefangen.


Die Nähte habe ich jetzt mit einer Art schlampigen Hong-Kong-Finish versäubert. Ich hatte nicht mehr genug Schrägband für alle Nähte und habe an den Seiten und an den Schultern die Nähte zusammengefasst versäubert. Ich hab ja nie einen Hehl daraus gemacht, dass es mir nicht um Couture geht, sondern vorwiegend darum, im Rahmen meines Zeit-, Lust- und Finanzbudgets etwas zufriedenstellend fertig zu bekommen. Und da muss dann manchmal Hong-Kong-Finish zu Kreuzberg-Finish werden. Die Abnäher habe ich aber einigermaßen ordentlich gemacht (sind noch nicht fertig, das wird noch etwas schöner).

Ach ja, falls ihr euch fragt, was das denn für ein putziges Wohnzimmer ist, mit diesen bunten Puscheln, das trägt man als Berliner Wohnzimmer in diesem Herbst so. Haha! Oder mein Sohn hatte Geburtstag, kann auch sein :)



Wars das von mir? Das ist doch gemogelt,heute gehts doch um Passformgeschichten und Schulterpolster und da zeigt sie einen lila Kasten ohne alles! Och nö und so! Aber wie eine gute Fernsehköchin hab ich da noch was für euch vorbereitet (stellt euch vor wie ich 5 Sekunden nach dem reinschieben einen knusprig fertigen Braten aus dem Ofen wieder raushole)! Mir ist das nämlich auch aufgefallen und deshalb (und wegen der süßen Kirschen s.o.) habe ich letzte Woche auch noch Vogue 7801 angefangen. Die Twitternähnerds würden mir an dieser Stelle (spätestens) ein #unsympathischeangeberei anhängen. Aber ich tu`s natürlich nur für euch!

Die ganze letzte Woche habe ich sehr diszipliniert, ob müde oder nicht, sicherlich mehr müde als nicht müde, jeden Abend eine Folge Grey`s Anatomy (Spätzünder! Bin erst in Staffel 3) geguckt und dabei das Vogue Jackett genäht. Inzwischen sieht es so aus:

Und deshalb kann ich euch jetzt auch zeigen, wie ich Schulterpolster einsetze. Aber immer daran denken, ich mache die Kreuzberg Variante und habe keinen großen Couture Anspruch. Ich habe nämlich keine Ahnung, was Lehrbücher über Schulterpolstereinsetzen sagen und ganz ehrlich gestanden interessiert es mich auch nicht so brennend, weil ich mit meiner Variante ganz prima zurecht komme.


Das sind Schneiderschulterpolster. Sie sind weich, wattig und ziemlich groß. Sie sind gegengleich, also vorn kürzer und hinten länger.

Und wo wir bei Material sind, das hier ist die Gewebeeinlage, die ich benutzt habe. Das Gewebe ist so eine Art Batist überzogen mit bügelbarem - ja was?  - Kleezeug, ihr wisst schon. Diese Einlage ist für Jacketts sehr zu empfehlen.


Hier haben wir die Stelle für das Schulterpolster. Ich muss in der Regel die Schultern 2-3cm verschmälern. Meistens muss ich die Taille auch ein bisschen enger nähen und dafür an den Hüften ein bisschen was zugeben. Im Oberbrustbereich ist bei mir auch oft viel Stoff, da nehme ich am vorderen Armausschnitt ein bisschen was weg. Nach diesen Änderungen passt der Rohling gut und jetzt werden die Schulterpolster eingepasst.


Hier sieht man, dass das Schulterpolster viel zu groß ist. Also wird beherzt abgeschnitten.

 In meinem Fall sieht das dann so aus. Die Form sollte einigermaßen erhalten bleiben, hinten länger als vorne. Das Schulterpolster sollte nicht ganz bis an den Kragen reichen, das wird dann etwas unbequem (sagt Kreuzberg, was Paris dazu sagt k.A.).


Süß, so klein wie es jetzt ist, oder?


Jetzt habe ich leider kein Bild, wie es eingenäht ist - vergessen. Sorry. Es ist mit leichten Stichen außen entlang der Ärmelnahtzugabe angenäht und an der Schulternaht nur mit zwei, drei lockeren Stichen fixiert.
Auf links gedreht sieht das Jackett jetzt so aus:



Ich bin sehr neugierig, wie der Stand der Dinge bei euch ist!! Bei einigen habe ich schon von kleineren und größeren Kämpfen gehört - bevor wir angesichts der knappen Wahlumfragen aufgeregt vom Hocker kippen befassen wir uns doch lieber ebenfalls wichtigen Sachen wie Passform, Modellwahl und euren Fortschritten!

Sonntag, 8. September 2013

Kostüm-Sew-Along Teil 1: Stoff und Schnitt



Willkommen zum ersten Teil unseres Kostüm-Sew-Alongs. Ich habe mich sehr über die vielen Anmeldungen bzw. Teilnahmewünsche gefreut - und mir gleichzeitig ein bisschen die Augen gerieben. Ich hätte nämlich nicht gedacht, dass doch so viele von euch Lust auf ein Kostüm haben. Schließlich haftet dem Kostüm die Aura der Bürokleidung, von Business, von dunkelblau-schwarzer Langeweile an wie kaum einem anderen Kleidungsstück. Wir treten hier den Gegenbeweis an und ich freu mich sehr darauf!

Auf Fotos und in Filmen sieht man das Kostüm als Alltagskleidung sehr häufig in den 40er Jahren. Aber auch in der "Titanic"-Ära trugen Frauen auf der Straße oft die Kombination Jackett und Rock. Als Streetwear begegnet uns das Kostüm auch in den späteren 70er Jahren. In meinem Erwachsenenleben kenne ich es hingegen fast nur als Berufskleidung. Das ist schade, schließlich ist ein Kostüm insbesondere im Herbst und im Frühling äußerst praktisch (OMG - habe ich gerade wirklich "praktisch" geschrieben??? Eigentlich kein Begriff aus meinem aktiven Wortschatz) und dabei ziemlich kombinationsfreudig. Leger mit Rolli und Stiefeln, elegant mit schicken Schuhen und Bluse, bunt oder uni, robust aus Tweed oder elegant aus feinem Tuch oder auch ganz klassisch aus Bouclé: Wir werden sehen, ob wir  das Kostüm als ein geliebtes (Alltags-) Kleidungsstück mit neuem Leben erfüllen können!

Heute steht auf dem Programm:
"Wir beginnen am 8. September mit der Vorstellung unseres Traumschnitts und des passenden Stoffs. Die Jagd beginnt jetzt! Wer bis dahin den perfekten Schnitt oder die geniale Stoffquelle noch nicht gefunden hat, kann sich hier inspirieren lassen! Futterstoff, Knöpfe und Schulterpolster nicht vergessen!"

 Meine Pläne: Ich war ursprünglich wild entschlossen, ein Kostüm von Lena Hoschek (aus der Herbst/Winterkollektion 2011) nachzunähen. Ein grünkariertes, tailliertes Jackett und dazu ein Tellerrock mit überschwänglichem Bordürenschmuck am Saum. Das perfekte Herbstkostüm!

Bild von Lesmads

 Sicherlich sechs Wochen lang habe ich nach geeignetem Stoff gesucht - vergeblich. Weder gibt es derzeit besonders viel kostümtaugliche Stoffe in grün, erst recht nicht in grünkariert und außerdem schon mal gar nicht in den Preisbereichen, die ich bezahlen möchte. Schließlich brauche ich für so ein Kostüm gut und gerne um die 5m Stoff.

Letzte Woche habe ich diese Idee mehr oder weniger begraben (ein bisschen Hoffnung, dass ich irgendwann doch noch über den passenden Stoff stolpere, bleibt). Anstattdessen habe ich beschlossen, aus den Vorräten zu nähen - im Oktober fahre ich mit ein paar MMM-Crewmitgliedern zum Stoffkaufen und möchte vorher ein bisschen dafür sparen. Also kein Maybachufer mehr für mich bis dahin.


Was sagen meine Vorräte?

Schnittmuster:


 Und Stoffe:






 Ich habe noch keine Herzenswunsch-Kombination. Ich könnte aus dem uni-lilafarbenen Stoff das 60er Jahre Kostüm machen. Oder aus dem kleinkarierten das 30er Jahre Kleid mit Jackett. Oder aus dem untersten (der einzge etwas dünnere Stoff) das Vogue 8701. Oder oder oder. Ich bin gerne bereit, mich nach euren Wünschen zu richten - gibt es ein Kostüm, das ihr besonders gerne sehen wollt?

Fest steht, in zwei Wochen muss der Drops bereits gelutscht sein, denn dann treffen wir uns schon mit dem ersten Zwischenstand  zum Jackett! Dazu noch zwei Tipps von mir: Als Futter empfehle ich wirklich flutschige Futterstoffe (ich mag z.B. Acetatfutterstoffe sehr gerne) und keine noch so schönen (Baumwoll-)Alternativen - ein Jackett passt einfach viel besser, wenn es reibungslos angezogen werden kann, im wahrsten Sinne. Als Schulterpolster empfehle ich euch sogenannte Schneiderschulterpolster (z.B. gibt es die auf ebay, in Berlin auch auf dem Maybachufermarkt am Stand Wasserseite mittig, der mit dem "Wer klaut stirbt" Schild ), die kann man nach den eigenen Bedürfnissen zurecht schneiden. Oder ihr macht euch selbst welche, nach dem Tutorial von Frau Nahtzugabe. Bitte verzichtet auf diese Schaumstoffschulterpolster, die es normalerweise im Handel gibt, die machen eure Schultern im Zweifelsfall zu kastig.

Vielleicht seid ihr schon entschieden oder ihr habt auch die Qual der Wahl - hier könnt ihr euch verlinken: